Startseite > Gesund Leben > Erholsamer Schlaf

Erholsamer Schlaf

Erholsamer Schlaf

Ein wichtiges Element gesunder Lebensführung

Überblick Erholung Mysterium Schlaf Schlafstörungen Ernährung & Schlaf Unterstützung Infos

Ärztliche Unterstützung

Während viele leichtere Probleme beim Einschlafen oder Durchschlafen mit Maßnahmen der Schlafhygiene behoben werden können, gibt es einige Erkrankungen, die einer ärztlichen Behandlung bedürfen, um schwere Langzeitfolgen zu verhindern.

Besonders drei Schlafstörungen treten sehr häufig auf: Schnarchen, schlafabhängige Atmungsstörungen und Zähneknirschen. In der Regel ist eine medizinische Behandlung dieser Probleme ratsam, um schwere Langzeitfolgen zu verhindern.

Schnarchen

Die häufigste Schlafstörung ist das Schnarchen. Fatalerweise ist Schnarchen „sozial akzeptiert“ als etwas Normales, das keiner näheren ärztlichen Untersuchung bedarf. Dabei kann Schnarchen ein Anzeichen für schlafbezogene Atmungsstörungen sein, die die Wahrscheinlichkeit für Erkrankungen der Herzkranzgefäße und von Diabetes erhöhen und zu Schläfrigkeit und Konzentrationsstörungen tagsüber führen.

Ob und inwiefern das Schnarchen die eigene Gesundheit beeinträchtigt und welche Therapiemöglichkeiten in Betracht gezogen werden sollten, ist im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung zu klären. Die Therapiemöglichkeiten entsprechen je nach Indikationen denen der Schlafapnoe.

Schlafbezogene Atmungsstörungen

Schlafbezogene Atmungsstörungen (SBAS), auch Schlafapnoesyndrom genannt, sind die zweithäufigste Schlafstörung und bestehen in einer veränderten Atmung im Schlaf. Dies kann dazu führen, dass der normale Schlafzyklus gestört wird. Die Ursache für die veränderte Atmung kann dabei zwei Gründe haben. Entweder funktioniert die Aktivierung der Atemmuskulatur im Schlaf nicht richtig oder die Atemmuskulatur arbeitet zwar richtig, aber es kommt zu einem Verschluss der oberen Atemwege.

Schnarchen und Atmungsaussetzer (Apnoe) können, einzeln oder zusammen auftretend, die Folge der Atmungsstörungen sein. Der Schlaf ist für Betroffene nicht erholsam, da die Atmungsstörungen die Tiefschlafphasen verhindern. Sie leiden daher unter Tagesmüdigkeit.

Schlafbezogene Atmungsstörungen werden meist durch anatomisch bedingte Einengungen der oberen Luftwege verursacht. Ein anderer Grund kann sein, dass die Zunge im Schlaf im Rachenraum zurücksinkt. Neben anatomischen Gründen für das Zurücksinken kann es auch einen der folgenden Gründe haben: Alkoholkonsum, Fettleibigkeit (Adipositas) und verschiedene Medikamente, die den Atemantrieb hemmen.

Aus diesen Ursachen ergeben sich entsprechende Therapiemöglichkeiten. Anatomisch bedingte Atemhindernisse können operativ korrigiert werden etwa durch Verkürzung und Straffung des Gaumensegels, Zungengrundverkleinerung oder kieferchirurgische Eingriffe. Schlafhygienische Maßnahmen wirken den nicht anatomisch bedingten Ursachen entgegen. Am wichtigsten ist der Verzicht auf Alkohol, Nikotin und Koffein. Außerdem kann eine veränderte Schlafposition bei Atmungsstörungen helfen. Dazu wird der Körper in Seitenlage und mit erhöhtem Oberkörper gebettet. Eine Nasenmaske (nCPAP-Maske), die dem Betroffenen während der ganzen Nacht Luft mit leichtem Überdruck zuführt, verhindert, dass es zu einem Stillstand der Atmung kommt und umgeht Atemluftbehinderungen. Gewichtsreduktion ist erforderlich, wenn Fettleibigkeit der Grund für die Probleme ist. Unter Umständen müssen Schlafmittel eingesetzt werden.

Zähneknirschen (Bruxismus)

Unter Bruxismus versteht man das unbewusste Knirschen mit den Zähnen während des Schlafes. Hierbei werden durch die Verarbeitung von Alltagsstress und -situationen die Kaumuskeln angespannt und die Zähne werden sehr stark aufeinander gepresst. Dieser Überdruck wird dann durch das gegenseitige Verschieben der Kiefer aufgefangen und führt zum Abrieb der Zähne. Diese mechanische Schädigung ist nicht zu unterschätzen, da viel Zahnmaterial (Schmelz und Dentin) verloren geht. Die Zähne werden gegenseitig abgeschliffen und verlieren ihre Form und Funktion. Am häufigsten tritt das Knirschen im Bereich der Eckzähne und der Frontzähne auf. Man kann an ihnen besonders die Auswirkungen des Abschleifens beobachten.

Neben den Zähnen werden auch
  • das Kiefergelenk,

  • die Kaumuskeln und

  • der Zahnhalteapparat überlastet.

Das Knirschen hat in Bezug auf das Kiefergelenk ebenfalls schwere Auswirkungen. Darüber hinaus kann es durch die Belastung selbst zu Fehlstellungen und Fehlfunktionen kommen.

Als Therapiemöglichkeit gibt es Beißschienen, die den Zahnabrieb verhindern. Eventuell führt auch eine therapeutische Bewältigung von seelischen Problemen dazu, dass das Knirschen aufhört.

Wenn Sie unter Schlafstörungen leiden, sprechen Sie Ihren Arzt an. Dieser kann Ihnen im Zweifelsfall Unterstützung in der Bewältigung bieten. So können Sie den Ursachen auf den Grund gehen, langfristige Folgen vermeiden und bald wieder erholsamer Schlafen – egal aus welchem Grund die Schlafstörung besteht.