Berufstätige Eltern

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Privates Familienmanagement

Durch verbesserte Strukturierung des Familienalltags können Mütter und Väter die doppelten Herausforderungen aus Beruf und Familie als Bereicherung und nicht als Belastung empfinden. So gelingt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Berufstätige Eltern

Gerade wenn beide Elternteile arbeiten, sind Engpässe keine Seltenheit. Um sämtliche elterliche Pflichten und Bedürfnisse der Kinder zu vereinbaren, sind Organisation und Flexibilität notwendig, gerade wenn das Elternpaar hohe Ansprüche an Karriere und Kindererziehung gleichermaßen hat. Hektik, Entscheidungsnöte und die Angst, Aufgaben nicht gut genug zu erledigen, gehören dabei zum Alltag.

Die täglichen Knackpunkte liegen beispielsweise in der allmorgendlichen Situation des Aufstehens, Anziehens, Frühstückens und Loskommens. Die Hausarbeit ist ein weiterer möglicher Stressauslöser, gefolgt von der Belastung durch die Schule, beziehungsweise den damit zusammenhängenden Erwartungen und Ängsten auf Eltern- und Kinderseite.

Behalten Sie mit unseren Tipps den Überblick über die familiären Anforderungen und bilden Sie Strategien aus, die Ihnen helfen, die alltäglichen Belastungen zum Wohlergehen Ihrer Familie zu managen.

Knackpunkte finden

Wenn Sie merken, dass Sie besonders gestresst sind und Ihnen die familiären Aufgaben über den Kopf zu wachsen drohen, machen Sie am besten als erstes einen Kassensturz: Protokollieren Sie die täglichen Geschehnisse im Zusammenleben mit Ihren Liebsten. Führen Sie eine Art Familientagebuch, um die Mechanismen und Knackpunkte herauszufiltern, bei denen es häufig zu Problemen kommt. Oftmals sind es ständig wiederkehrende Faktoren, die im Alltag für Stress sorgen. Kommunizieren Sie diese mit den anderen Familienmitgliedern und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen.

Organisation
Organisation

Haben Sie die problematischen Knackpunkte im Familienalltag gefunden, verteilen Sie die familiären Aufgaben um und übertragen Sie Aufgaben an andere Familienmitglieder. Dies betrifft insbesondere die Frauen: Mütter leisten häufig auch im Doppelverdiener-Modell doppelt so viel Haus- und Familienarbeit wie die Väter. Eine gerechtere Aufteilung hilft, Stress zu vermeiden.

Bei dem Versuch einer neuen Aufteilung der Familienarbeit sollten Sie sich den Erfordernissen nüchtern und pragmatisch nähern. Teilen Sie dabei den Familienmitgliedern, insbesondere Ihrem Partner, auch ehrlich und sachlich Ihre Gefühle mit. Verlangen Sie dann Unterstützung, auch von den Kindern! Erkundigen Sie sich dabei freundlich, wer welche Aufgaben übernehmen möchte, und bestehen Sie auf die Einhaltung der neuen Pflichten. Treffen Sie klare Absprachen, wer wann wofür zuständig ist.

Um das Ganze spielerisch anzugehen, verteilen Sie Ämter an Ihre Jüngsten: Einer ist zum Beispiel der Stromchef und ermahnt die anderen bei Nachlässigkeiten im Lampen ausschalten. Der Andere ist vielleicht der Flurchef und passt auf, dass im Flur keine Schuhe herum liegen. So lassen sich Kinder oftmals leicht zur Mithilfe animieren.

Nehmen Sie sich täglich ein paar Minuten besonders intensiv Zeit für die Fragen Ihrer Kinder. Das wird sich positiv auf das Klima der ganzen Familie auswirken.

Elterliche Zuwendung ist übrigens keine Frage des Verzichts auf eine eigene Erwerbstätigkeit, wie in der World Vision Kinderstudie von 2007 nachgewiesen wurde. Hier gaben 28 % der Kinder von Erwerbslosen an, nicht genügend Aufmerksamkeit von ihren Eltern zu bekommen, wo hingegen diese Aussage nur 8 % der Kinder von erwerbstätigen Eltern tätigten, bei denen ein Elternteil Vollzeit und der andere Halbzeit arbeitet.

Konsequent sein

Seien Sie konsequent: Waschen Sie zum Beispiel nur, was im Wäschesack ist, hören Sie auf, immer die Wäsche der anderen in deren Zimmern zusammenzusuchen, Sie haben Besseres zu tun. Und wenn der andere Elternteil vergessen hat einzukaufen, gibt es eben nur die Reste vom Vortag zum Abendessen. Der Erfolg wird sich sehr bald zeigen und auf andere Bereiche abfärben.

Prioritäten setzen

Überlegen Sie einmal, was Ihnen im Alltag wirklich wichtig ist, und lassen Sie anschließend die weniger wichtigen Dinge einfach weg. Es wird Ihnen und damit auch Ihrer Familie guttun, sich von überflüssigem Ballast zu befreien. Irgendetwas kann man im Alltag immer ändern. Schaffen Sie sich Luft und vermeiden Sie Hetzerei, indem Sie nachdenken, planen und organisieren. Zeit ist nie übrig – man muss sie sich nehmen.

Auszeiten nehmen
Auszeiten nehmen

Um sich vor gesundheitsschädigender Erschöpfung zu schützen und langfristig motiviert und leistungsfähig zu sein, brauchen Sie ein Gegengewicht zu Anspannung, Überforderung und Alltagshektik. Auszeiten schaffen Kraft für Alltag und Kinder. Nehmen Sie sich deshalb Zeit für sich selbst, für eigene Hobbys und eigene Freunde. Entspannungstechniken können auch hilfreich sein.

Teamwork

Trainieren Sie, mit dem anderen Elternteil auch kleine alltägliche Probleme für beide gewinnbringend zu diskutieren und aufzuteilen. Erwachsene brauchen ebenso wie Kinder das Gefühl, unterstützt und gebraucht zu werden. Springen Sie für den anderen in die Bresche, aber entwickeln Sie auch ein Bewusstsein dafür, dass Ihnen das Gleiche zusteht. Familienarbeit ist Teamarbeit!

Kinderbetreuung
Kinderbetreuung

Kinderbetreuung kaum herum. Das Kind in guten Händen zu lassen ist eine wichtige Alltagsbasis für Familien, denn es trägt durch die Entlastung zu einem guten familiären Klima bei. Darüber hinaus sollten Sie sich dadurch sorgenfrei um Ihre beruflichen Aufgaben kümmern können.

Klären Sie vor der Betreuung zusammen mit dem anderen Elternteil, welche Art von Betreuung für Ihr Kind ideal wäre. Ist es noch sehr klein, oder eher introvertiert? Dann wäre vielleicht eine Einzelbetreuung oder eine kleine Gruppe vorteilhaft. Wenn es schon älter und möglicherweise auch noch sehr lebhaft ist, dann kommt es bestimmt auch in einer größeren Gruppe gut zurecht. Wägen Sie damit zusammenhängend ab, ob Sie eine Betreuung zuhause vorziehen, etwa durch ein Au-pair-Mädchen, oder eine Institution, zum Beispiel die Kita, für die bessere Wahl halten.

In Ihrer Entscheidungsfindung sollten auch Ihre Arbeits- und Ruhezeiten angemessen berücksichtigt werden. Machen Sie sich auf die Suche nach Angeboten von Einrichtungen in Ihrer näheren Umgebung, das erleichtert die tägliche Organisation. Ziehen Sie auch die Menschen aus Ihrem unmittelbaren Umfeld in Ihre Überlegungen mit ein, vielleicht finden sich alternative Möglichkeiten der Betreuung – Oma und Opa sind oft ganz verrückt nach ihren Enkeln und die Nachbarn haben vielleicht schon Erfahrungen mit Kitas aus der Umgebung.

Hierbei handelt es sich um eine unabhängige Patienteninformation der Dr. Becker eHealth GmbH, die ohne Mitwirken von Sponsoren erarbeitet wurde. Ziel dieser Informationsdienstleistung ist es, der Leserschaft bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, welche ohne die Notwendigkeit medizinischen Fachwissens verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.


Infozept Nr. I-BER-042