Berufstätige Eltern

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Familienmanagement am Arbeitsplatz

Eine familienfreundliche Atmosphäre am Arbeitsplatz wird für viele immer wichtiger. Vorgesetzte können ihren Mitarbeitern dabei helfen, durch moderne, familiengerechte Arbeitsstrukturen im Unternehmen motiviert und leistungsfähig zu sein.

Berufstätige Eltern

Die Mehrfachbelastungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Kindern können zu erhöhtem Stress und einer höheren Krankheitsanfälligkeit führen. Stressquellen können durch familienfreundliche Maßnahmen im Betrieb erheblich reduziert und die Kosten für die Lohnfortzahlung durch einen niedrigeren Krankenstand gesenkt werden. Die Einführung familienfreundlicher Maßnahmen kann nicht nur betriebswirtschaftlich wünschenswerte Aspekte hervorrufen, sondern darüber hinaus die Attraktivität des Arbeitgebers steigern. Motivation und Zufriedenheit führen zu mehr Leistungsfähigkeit und –bereitschaft, hoher Identifikation mit dem Unternehmen und seinen Zielen, sowie wenig Fehlzeiten und viel Kontinuität.

Arbeitszeiten

Flexible Arbeitszeiten können zu einer besseren Vereinbarung von Beruf und Familie beitragen. Mit Gleitzeiten ist schon ein Schritt getan: Die Mitarbeiter sind während einer Kernzeit (etwa 10:00 – 15:00 Uhr) anwesend, können aber darüber hinaus ihre Arbeitszeit frei einteilen. Eventuell lässt es die Arbeitsorganisation sogar zu, die Kernzeiten wegzulassen. So entsteht eine besonders wirkungsvolle Form flexibler Arbeitszeit. Der Alltag der Mitarbeiter kann dadurch flexibler strukturiert werden, die Anzahl an Stressmomenten nimmt ab. Dies kann auf lange Sicht für ausgeglichene Mitarbeiter und dadurch für bessere Arbeitsergebnisse sorgen. Außerdem: Wer motiviert arbeitet, fehlt selten!

Pausen können in ihrer Lage und Länge flexibel gehandhabt werden. Dem Mitarbeiter wird es so ermöglicht, private Aufgaben angemessen zu erledigen. Absprachen im Team sorgen für die Erreichbarkeit der Mitarbeiter.

Für eine größtmögliche Eigenverantwortung der Mitarbeiter sorgen Arbeitszeitkonten. Die Zeit, in der gearbeitet wird, ist eher nebensächlich. Hauptsache, am Ende des Monats ist das Stundenkonto voll. Am besten funktioniert dies mit Stempelkarten. Eine besondere Variante ist das Ampelmodell: Täglich werden die Differenzen zwischen der planmäßigen und der tatsächlichen Arbeitszeit addiert. Die Arbeitszeitabrechnung wird fortlaufend geführt: In der Grünphase besteht eine Übereinstimmung zwischen der planmäßigen und der tatsächlichen Arbeitszeit, die Steuerung erfolgt dabei eigenverantwortlich durch den Mitarbeiter. Die Gelbphase weist ein Minus an geleisteter Arbeit auf, ein gemeinsames Gespräch mit dem Vorgesetzten soll klären, wie das Soll aufgearbeitet werden kann. Im roten Bereich kommt es dann häufig zu einer Rückübertragung der Entscheidungsbefugnis über die Arbeitszeiten an den Vorgesetzten.

Bei der Telearbeit wird das Zuhause des Mitarbeiters für einen Teil der Arbeitszeit zum Home Office, zum Büro zuhause. Mitarbeiter können ihre Arbeit mit nachhause nehmen und dadurch privaten Verpflichtungen besser nachkommen, etwa im Krankheitsfalle eines Kindes.

Allgemein sollte versucht werden, die Bedürfnisse der Unternehmen und die der Mitarbeiter besser zu vereinbaren, gewinnbringend für beide Parteien.

Teilzeitbeschäftigung

Die am häufigsten gewählte Form der Erwerbstätigkeit ist Teilzeitbeschäftigung, wenn besonders viele Familienaufgaben zu erledigen sind. Teilzeitbeschäftigung bietet zahlreiche Möglichkeiten der Ausgestaltung, zum Beispiel mehr oder weniger Wochenstunden oder etwa die Blockteilzeit. Hierbei werden über einen längeren Zeitraum Arbeits-, beziehungsweise Freizeitphasen geplant.

Für die Unternehmen bietet die Teilzeitarbeit die Erhaltung betriebsspezifischen Humankapitals, die Arbeitnehmer profitieren durch den Zeitgewinn für private Lebens- und Interessensbereiche und die Wahrung beruflicher Kontinuität.

Eltern-Kind-Büro

Wenn die regelmäßige Betreuung der Kinder unvorhergesehen ausfällt, bietet das Eltern-Kind-Büro die Möglichkeit, mit Kind im Unternehmen arbeiten zu können. Im Vergleich zum finanziellen Aufwand für Krankheitsausfälle ist eine Investition in separate Räume mit Bürotechnik für den Arbeitnehmer und einem Wickeltisch und Spielmöglichkeiten für Kleinkinder gering.

Teamarbeit

Teamarbeit kann zu größeren Zeitspielräumen führen, wenn die Arbeitskräfte selbstständig im Team ihre Arbeitszeiten absprechen können. Auch das kurze Einspringen für eine andere Arbeitskraft und das Tauschen von Diensten ist von Vorteil. In der Regel reicht für die Umsetzung dieses Modells ein aushängender Arbeitseinsatzplan, in den die gewünschten Arbeitszeiten eingetragen werden können.

Jobsharing

Wenn sich Angestellte einen Arbeitsplatz teilen, wird auf diesem Weg eine freiere Arbeitsteilung ermöglicht, was wiederum zu mehr beruflicher und privater Flexibilität führt. Das Problem, dass Aufgaben im Unternehmen nicht ausreichend verfolgt werden können, wie dies eventuell bei der Teilzeitbeschäftigung passieren kann, wird hier vermieden. Voraussetzung ist ein funktionierendes Team, in dem alle Mitglieder über ähnliche Kompetenzen verfügen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Vermittelt über ein betriebliches Programm zur Gesundheitsförderung der Mitarbeiter können zum Beispiel Maßnahmen zur Stressentlastung durchgeführt werden. Sport- und Entspannungskurse am Arbeitsplatz wirken durch Krankheit entstehenden Fehlzeiten entgegen. Sie nehmen wenig Zeit in Anspruch und sind für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer gleichermaßen ein Gewinn.

Hierbei handelt es sich um eine unabhängige Patienteninformation der Dr. Becker eHealth GmbH, die ohne Mitwirken von Sponsoren erarbeitet wurde. Ziel dieser Informationsdienstleistung ist es, der Leserschaft bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, welche ohne die Notwendigkeit medizinischen Fachwissens verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.


Infozept Nr. I-BER-042