Berufstätige Eltern

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Alltagstipps

Einige konkrete Beispiele, deren Anwendung für mehr Entspannung sorgen kann. Lernen Sie anhand dieser Methoden, wie Sie kurzfristig durchatmen können und langfristig resistenter gegen Stress werden.

Um den Spagat zwischen Beruf und Familie zu schaffen und das tägliche Chaos sicher zu meistern, müssen Sie vor allem eines tun: Zeit gewinnen. Erst wenn Sie überflüssige Zeiträuber enttarnt haben, können Sie sie loswerden und Ihre Aufmerksamkeit den wirklich wichtigen Dingen widmen. Sie werden sehen, dass die alltägliche Hektik oftmals durch das Verstellen kleiner Schrauben erheblich reduziert werden kann und die beruhigende Wirkung auch auf andere Bereiche Ihres Lebens abfärbt. Organisation ist dabei das Wichtigste. Eine gute Organisation hat zum Zweck, uns den Kopf frei zu halten und dadurch Energie freizusetzen, mit der wir unser Leben bewusst und mit Freude steuern können. Wie Sie dieses Vorhaben alltäglich und auch auf lange Sicht hin meistern, erfahren Sie in unseren Alltagstipps.

Den Kopf entlasten
Den Kopf entlasten

Haben Sie immer tausend Dinge gleichzeitig im Kopf und zuhause sind die Wände voll mit Post-its, die Sie an Termine erinnern sollen? Tragen Sie die Dinge aus Ihrem Kopf und von Ihrer Wand in einen Terminkalender! Jedes „Denken an…“ kommt dort hinein! Unter der Belastung von Beruf und Familie müssen Sie Höchstleistungen erbringen. Diese lassen sich mit einem entlasteten Kopf wesentlich besser erreichen.

Zuständigkeiten verteilen

Die meisten Menschen sind nicht allein mit ihrer Verantwortung: Der andere Elternteil kann auch Verpflichtungen und Termine übernehmen. Wichtig ist dabei eine klare Abstimmung untereinander. Überlegen Sie gemeinsam, wer welche Zuständigkeiten übernimmt. Um in Teilbereichen des Familienmanagements entlastet zu werden, lassen sich vielleicht auch andere, familiäre oder externe Familienhelfer einspannen.

Lernen Sie, Aufgaben zu delegieren, und geben Sie Ihren Kindern die Chance auf lebensnotwendige Selbstständigkeit, indem Sie ihnen nicht immer alles abnehmen. Sparen Sie Ihre Energien und geben Sie Arbeit ab. Fragen Sie in Elterngruppen, ob nicht jemand anderes einmal Ihre Arbeit übernehmen kann. Sie springen dann beim nächsten Mal ein, wenn es besser passt. Den Kuchen für das Kindergartenfest kann vielleicht auch mal die Oma backen, oder Sie schlagen vor, dass die Betreuer dies zusammen mit den Kindern übernehmen.

Mit den Energien besser haushalten

Sie wollen Karriere machen und gleichzeitig beweisen, dass Sie eine Super-Mama, ein Super-Papa, sind? Laden Sie sich nicht zu viel auf. Seien Sie ein Elternteil, der auch bei kleinen Missgeschicken Ruhe bewahrt und nicht gleich versucht, alles nachträglich noch perfekt zu machen.

Außerdem: Bevor Sie schon wieder eine weitere Aufgabe übernehmen, fragen Sie sich, ob Sie dafür überhaupt die Kapazitäten haben, und wenn ja, wie viel. Schließlich wollen Sie Ihre Aufgaben gut erledigen, denn das ist nicht nur gut für Sie, sondern auch für Ihre Umwelt. Niemandem ist damit geholfen, wenn Sie aus lauter Einsatzwillen alles nur zur Hälfte erledigen können und deswegen ständig gefrustet sind, am allerwenigsten Ihnen selbst.

Pläne kommunizieren

Sprechen Sie schon morgens mit Ihren Lieben ab, welche Termine im Laufe des Tages zu erledigen sind. So gibt es keine Enttäuschungen aufgrund gegenläufiger beziehungsweise möglicherweise noch entstehender Terminwünsche.

Sagen Sie Ihrem Kind zum Beispiel, dass Sie es nach dem Mittagessen abholen, um anschließend zum Zahnarzt zu fahren. So wird es nicht enttäuscht sein, weil es sich bis dahin einen eigenen Plan gemacht hat. Auch mit den anderen Personen aus unserem Leben sollten wir unbedingt unsere Pläne kommunizieren, insofern es sie betrifft. Durch diese Beteiligung können alle mitdenken und niemand ist enttäuscht.

Ein zusätzlicher Tipp: Legen Sie Zeitfenster fest, in denen Sie an einem bestimmten Ort sein werden. Sie sind dadurch flexibler. Wenn Sie sich zudem als Ziel die früheste Zeit setzen, brauchen Sie nicht zu hetzen.

Synergien nutzen

Synergiepotenziale finden sich überall. Wenn zum Beispiel die Kinder befreundeter Familien in den gleichen Sportverein gehen wie Ihr eigenes, bieten Sie an, die anderen Kinder von zuhause abzuholen und dort hin zu fahren. So können deren Eltern zuhause bleiben und sich um andere Dinge kümmern. Sie selbst profitieren davon, dass andere Eltern Ihr Kind nach dem Sport wieder bei Ihnen zuhause abliefern.

Hilfe organisieren

Dies ist wohl die angenehmste, schnellste und einfachste Lösung. Allerdings ist es auch mit Kosten verbunden, beispielsweise eine Putzkraft oder ein Au-pair-Mädchen einzustellen. Wenn beide Elternteile beruflich stark eingebunden sind, kann es eine gute Lösung sein, jemanden einzustellen, damit man neben dem Beruf möglichst viel Zeit mit der Familie verbringen kann anstatt zu putzen.

Locker bleiben

Perfektion ist etwas für die Werbung. Bleiben Sie locker und schauen Sie zum Beispiel nicht akribisch auf jeden Fleck und jede dreckige Tasse. Im Haushalt ergibt sich eine gesunde Mischung für Gelassenheit durch ein Drittel gute Organisation, ein Drittel Selbstdisziplin und ein Drittel Drüberhinwegsehen. Machen Sie sich nicht verrückt!

Entspannen Sie sich

Planen Sie Eigenzeit ein und tragen Sie sie in den Kalender ein. Zu diesen Terminen sind Sie mit sich selbst verabredet und gehen zum Sport oder treffen sich mit Freunden.

Lernen Sie auch, für die Kinder „langweilig“ zu sein: Für Ihre Kinder haben Sie immer tolle Ideen. Wenn sie erwarten, dass Sie mit ihnen spielen, dann sagen Sie auch einfach mal, dass Ihnen im Moment nichts Tolles einfällt und Sie in Ruhe 10 Minuten sitzen und etwas lesen möchten.

Setzen Sie darüber hinaus Prioritäten: Am Sonntag müssen Sie etwas für die Arbeit vorbereiten, gleichzeitig wollen aber die Kinder schwimmen gehen und die Oma zum Kaffee vorbei kommen? Überlegen Sie, was wirklich wichtig ist, anstatt allen gerecht zu werden. Tun Sie nur das, was Sie auch in Ruhe erledigen können!

Vielleicht bringen Ihnen auch die folgenden Tipps etwas Entspannung im Alltag:

  • Yoga kann schnell für ein positives Körpergefühl sorgen.

  • Öfter mal wieder schwimmen gehen.

  • Fahren Sie ab und zu mit dem Fahrrad zur Arbeit. Sie können eine Weile Ihren Gedanken nachhängen und sich so einen freien Kopf verschaffen.

  • Trinken Sie den Kaffee morgens gemütlich im Bett.

  • Kurz-Verwöhnprogramm: Sie müssen ja nicht gleich einen Tag in der Wellness-Oase verbringen. Lassen Sie sich in der Mittagspause eine Massage verpassen!

Zeitinseln schaffen

Versuchen Sie, Zeiträume festzulegen, die Sie ausschließlich im familiären Kreis verbringen. Dies kann zum Beispiel das gemeinsame Abendessen sein. Legen Sie dafür mindestens 45 Minuten fest und tragen Sie die abgemachten Termine in einen gemeinsamen Familienkalender ein. Dreimal pro Woche ist schon ein guter Anfang. Essen hält Leib und Familie zusammen!

10 Minuten gewinnen

Häufig hält der Stress den ganzen Tag an. Und genauso häufig sind daran die verflixten 10 Minuten am Morgen schuld, die man zu spät aufgestanden oder zu spät von der Arbeit zum Kindergarten aufgebrochen ist. Dies hat dann zur Folge, dass man hetzen muss und sich das Zuspätkommen auf andere Termine auswirkt. Machen Sie sich deshalb klar, dass es für einen weniger stressigen Tag von größter Bedeutung ist, alle Termine rechtzeitig anzugehen. Nur 10 Minuten früher, und der Tag sieht anders aus!

Hierbei handelt es sich um eine unabhängige Patienteninformation der Dr. Becker eHealth GmbH, die ohne Mitwirken von Sponsoren erarbeitet wurde. Ziel dieser Informationsdienstleistung ist es, der Leserschaft bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, welche ohne die Notwendigkeit medizinischen Fachwissens verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.


Infozept Nr. I-BER-042