Magen-Operationen finden immer mehr Zuspruch

24.07.2012 Ernährung Gesundheitsthemen

Adipöse Patienten lassen sich häufiger durch chirurgische Eingriffe behandeln als früher. Dies zeigt eine aktuelle Statistik der DAK. Die Operationen wecken allerdings häufig auch falsche Erwartungen bei den Patienten.

Magen-Operationen finden immer mehr Zuspruch

Inzwischen bringt jeder zweite Deutsche ein paar Kilos zu viel auf die Waage. Ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 und mehr, spricht man hingegen von einer gesundheitsgefährdenden „Adipositas“ oder auch „Fettsucht“ – mit dieser starken Ausprägung von Übergewicht kämpft bereits jeder zehnte Bundesbürger.

Trend wird bequemer

Doch statt dieser Erkrankung aktiv den Kampf anzusagen, wählen inzwischen immer mehr Betroffene einen vermeintlich „bequemeren“ Weg. Nach aktuellen Daten der Krankenkasse DAK lassen sich Adipositas-Patienten häufiger als früher durch chirurgische Eingriffe behandeln: Magenband, Magenballon oder Magenverkleinerung sollen schnell Abhilfe gegen Adipositas schaffen: Während im Jahr 2008 noch 406 DAK-Patienten eine Magen-Operation wählten, waren es 2011 bundesweit schon 647 Eingriffe – ein Anstieg von knapp 60 Prozent.

OP-Anstiege sind ein „Warnsignal“

Auch die Gesamtkosten für die Behandlung der (von der DAK liebevoll so getauften) „XXL-Patienten“ sind auf 4,4 Millionen Euro pro Jahr angestiegen. DAK-Krankenhausexperte Peter Rowohlt deutet die aktuellen Zahlen kritisch: „Die seit Jahren steigenden Operationen bei Patienten mit Adipositas sind ein deutliches Warnsignal. Es stellt sich die Frage, ob alle Betroffenen frühzeitig und umfassend über mögliche Alternativen und lebenslange Konsequenzen aufgeklärt wurden.“

Falsche Erwartungen der Patienten

Auch die Erwartungen vieler Patienten an eine OP sind zu hoch gesteckt. So gebe es laut DAK vor allem bei Diabetikern häufig Rückfälle. Zudem würde der notwendige Lebensstilwandel in Verbindung mit einer Ernährungsumstellung häufig nicht befolgt: „Es fehlt die ehrliche und umfassende Information über Chancen und Risiken“, so Rowohlt.

Lebensstiländerung auch ohne Operation und Medikamente

Seinen Lebensstil zu ändern, muss allerdings gar nicht so schwer sein. So können übergewichtige Patienten auch ein internetbasiertes Coaching wählen, um ihr Leben ohne jegliche Operationen oder Medikamente wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Der Vorteil solcher Verhaltensschulungsprogramme: Sie sind individuell auf den Patienten angepasst und ermöglichen einen Transfer in den Alltag. Durch sachliche Informationen lernt der Nutzer zudem, sein Verhalten langfristig zu ändern – der „Jojo-Effekt“ wird vermieden.

rath-

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