Gelassenheit im Alter hält gesund
24.04.2012 Depression Gesundheitsthemen
Besteht ein Zusammenhang zwischen der Gesundheit von Älteren und ihrer Fähigkeit gelassen auf verpasste Gelegenheiten zurückzublicken? Eine neue Studie aus dem Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) belegt genau das: Gelassenheit wirkt sich bei zunehmenden Alter positiv auf das Wohlbefinden aus.
Gesund und gelassen im AlterEine neue Studie vom Institut für Systemische Neurowissenschaften des Universitätsklinikums Eppendorf versucht dem Geheimnis vom gesunden Altern auf den Grund zu gehen. Mithilfe eines Glücksspiels wurden die Faktoren untersucht, die das Wohlbefinden im Alter steigern und so gegebenenfalls vor Krankheiten wie Depressionen schützen können. Dabei wurde festgestellt, dass die Gelassenheit gegenüber verpassten Gelegenheiten im Leben sich entscheidend auf die Lebensqualität im Alter auswirkt.
Hirnaktivität bei Glücksspiel
Freiwillige verschiedener Altersgruppen wurden von Forschern bei einem Glücksspiel beobachtet. Innerhalb dieses Spieles stieg der Gewinn proportional zum Risiko an. Außerdem konnte durch eine funktionelle Kernspintomografie die Hirnaktivität der Probanden während des Spiels gemessen werden. Die Probanden wurden regelmäßig über verpasste Gelegenheiten informiert. Informationen über nicht erreichte, aber mögliche Gewinne lösten vorwiegend bei zwei Gruppen Ärger und Bedauern aus: bei den jüngeren Probanden und bei älteren Mitspielern, die an einer Depression leiden.
Gelassen trotz verpasstem Gewinn
Es wurde außerdem festgestellt, dass die genannten Gruppen sich von den zusätzlichen Informationen zu mehr Risiko verleiten ließen. Bei einem Gewinn war das neuronale Belohnungssystem bei diesen Menschen genauso inaktiv wie bei einem Verlust. Einen verpassten Gewinn nehmen junge Menschen und ältere depressive Menschen demnach als Verlust wahr. Anders war die Reaktion von psychisch gesunden Älteren. Diese reagierten stets positiv auf einen Gewinn. Selbst wenn ihnen gezeigt wurde, dass sie bei mehr Risiko auch mehr Gewinne hätten haben können.
Glücklich im Alter
Die Ergebnisse lassen vermuten, dass ein gelassener Umgang mit nicht wahrgenommenen Gelegenheiten eng mit der seelischen Gesundheit von älteren Menschen verbunden ist. Bei jüngeren Menschen sieht das ein wenig anders aus, da vor ihnen ein Leben voller Herausforderungen liegt. Um diesen gewachsen zu sein, scheint es durchaus sinnvoll, dass sie ihren Ärger produktiv umsetzen und sich so auch von dem Ärger über eine verpasste Chance leiten lassen. Ältere Menschen hingegen hindert das Grübeln über verpasste Gelegenheiten daran, die Gegenwart zu genießen und sich an den schönen Seiten des Altwerdens zu erfreuen. Deswegen soll nun auch überprüft werden, inwiefern man glückliches Altern erlernen kann. Schon jetzt ist allerdings klar, dass man von den älteren Menschen in unserer Gesellschaft viel über ein glückliches Leben lernen kann.
EG







