Diuretika

Synonyme: Saluretika, Aquaretika, Entwässerungsmittel

Definition

Diuretika sind Arzneimittel, die die Wasserausscheidung des Körpers mit dem Harn fördern. Viele Diuretika fördern außerdem das Ausschwemmen von Salzen. Beide Effekte wirken senkend auf den Blutdruck, wodurch das Herz entlastet wird. 

Einteilung

  • Carboanhydrasehemmstoffe

  • Schleifendiuretika

  • Kaliumsparende Diuretika

  • Aldosteronantagonisten

  • osmotische Diuretika

  • Thiaziddiuretika

  • pflanzliche Diuretika 

Wirkung

Diuretika wirken in den Nieren. Die kleinste funktionelle Einheit der Nieren ist das sogenannte Nephron. Jede Niere enthält über eine Million dieser harnbildenden Systemeinheiten. Jedes Nephron besteht wiederum aus jeweils zwei Teilen: Dem Nierenkörperchen (Glomerulus) und dem nachgeschalteten Nierenkanälchen (Tubulusapparat). Im Nierenkörperchen wird der sogenannte Primärharn aus dem durchfließenden Blutplasma abgepresst. Dieser Primärharn wird dann weiter duch den Tubulusapparat bis in die Sammelrohre weitergeleitet, die irgendwann im Nierenbecken zusammenfließen, wo der Harn über die Harnleiter in die Blase geleitet werden kann. Auf dem Weg durch die Nierenkanälchen unterliegt der Primärharn noch weiteren Resorptions- und Sekretionsprozessen. Das heißt, dem Primärharn werden Stoffe entzogen und/oder hinzugefügt und auch sein Volumen kann sich noch ändern.  

Anwendung

  • Wasseransammlungen im Körper (Ödeme)

  • Bluthochdruck

  • Herzschwäche

  • koronare Herzerkrankung

Spezielle Hinweise

Die Prozesse, die in den Glomeruli der Nieren vor sich gehen, sind für die Ausscheidung und die Entgiftung von Stoffen sowie für den Salz- und Säure-Basen-Haushalt des Körpers elementar wichtig. Diuretika greifen in diese Prozesse ein mit dem Ziel, das Volumen des Harns zu erhöhen. Oft ist eine Erhöhung der Wasserausscheidung auch an eine vermehrte Ausscheidung von Salzen gebunden. Diuretika, die neben ihrerer wasserausscheidenden Wirkung auch salzausscheidende Effekte haben, werden daher auch als Saluretika bezeichnet.

Folgende Wirkstoffe gehören zu dieser Wirkstoffgruppe

  • Mannitol
  • Acetazolamid
  • Furosemid
  • Torasemid
  • Bumetanid
  • Hydrochlorothiazid
  • Chlortalidon
  • Indapamid
  • Metolazon
  • Amilorid
  • Spironolacton
  • Triamteren
  • Orthosiphonis
  • Pflanzliche Diuretika
  • Canrenon
  • Eplerenon

Hierbei handelt es sich um eine unabhängige Patienteninformation der Dr. Becker eHealth GmbH, die ohne Mitwirken von Sponsoren erarbeitet wurde. Ziel dieser Informationsdienstleistung ist es, der Leserschaft bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, welche ohne die Notwendigkeit medizinischen Fachwissens verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.