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Chronisch obstruktive Lungenerkrankung

auch bekannt als: COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease)

Leben mit ...

Icon Aktive Auseinandersetzung mit der Erkrankung und konsequente Therapie führen zu einer Verbesserung von Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Patientenschulungen und Rehabilitationskurse vermitteln Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung im Alltag und auf Reisen und verbessern die Belastbarkeit.

Patienten, die an COPD erkranken, geraten häufig in eine Abwärtsspirale. Am Anfang steht Atemnot. Da diese häufig bei Belastung auftritt, neigen Patienten dazu, Belastungen zu vermeiden. Dadurch nimmt jedoch ihre Belastbarkeit ab – Atemnot tritt bei immer geringeren Anstrengungen auf. In der Folge werden die Betroffenen aus Angst vor Atemnot immer inaktiver. Zwischenmenschliche Kontakte werden immer seltener. Diese zunehmende Isolation führt häufig zu depressiven Verstimmungen, welche die Inaktivität weiter verstärken.

Diesem Teufelskreis können Betroffene entkommen, indem sie:

  • Patientenschulungen besuchen und an Rehabilitationsgruppen teilnehmen

  • Selbstkontrolle der Erkrankung mit dem Peak-Flow-Meter durchführen

  • sich regelmäßig körperlich betätigen

  • offen mit Ihrer Erkrankung umgehen

  • bei Verschlechterungen frühzeitig einen Arzt aufsuchen
Patientenschulungen und Rehabilitation
Patientenschulungen und Rehabilitation

In speziellen Schulungen erfahren Patienten Wissenswertes über ihre Erkrankung. Es werden Verhaltensweisen vermittelt und teilweise auch eingeübt, die im Alltag den Umgang mit der Erkrankung erleichtern und beispielsweise Atemnot vorbeugen helfen.

Noch umfassender ist das Angebot der Lungen-Rehabilitation. Deren Ziele sind die Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und der Lebensqualität. Neben stationären Rehabilitations-Maßnahmen werden auch ambulante Rehabilitations-Kurse angeboten. Solche Rehabilitations-Maßnahmen erstrecken sich in der Regel über mehrere Wochen.

Im Rahmen der Lungen-Rehabilitation wird – ähnlich wie bei Schulungen - Wissen über die Erkrankung und deren Selbst-Kontrolle vermittelt. Der Schwerpunkt liegt aber auf körperlichem Training. Dieses orientiert sich an der individuellen Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Patienten und erfolgt unter ärztlicher Aufsicht und Kontrolle. Die Nationale Versorgungsleitlinie betont die Wichtigkeit einer Anschluss-REHA an einen Krankenhaus-Aufenthalt wegen COPD, auch im höheren Lebensalter. Jährliche REHA ist bei Notwendigkeit nicht ausgeschlossen.

Auch Patienten, die bereits auf eine Langzeit-Sauerstoff-Therapie (LOT) angewiesen sind, können an der Lungen-Rehabilitation teilnehmen. Insbesondere bereits schwerer erkrankte COPD-Patienten, die aufgrund ihrer eingeschränkten Leistungsfähigkeit kaum noch Sozialkontakte haben, profitieren vom Kontakt zu den anderen Betroffenen. Dies führt oft zur Besserung einer depressiven Stimmungslage und zu mehr Lebensfreude.

Durch Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit, mehr Wissen über die eigene Erkrankung und Einüben hilfreicher Verhaltensweisen nimmt die Atemnot ab. Die Patienten gewinnen Sicherheit im Umgang mit ihrer Erkrankung im Alltag. Neues Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und eine realistischere Einschätzung derselben tragen ebenfalls zu mehr Lebensqualität bei. Häufigkeit und Dauer von Krankenhaus-Aufenthalten werden nachgewiesenermaßen reduziert.

Betroffene sollten ihren Hausarzt oder Lungen-Facharzt fragen, wo in ihrer Nähe Schulungen oder Rehabilitations-Maßnahmen für Lungenkranke angeboten werden oder ob ihr Hausarzt selbst Schulungen durchführt. Es ist empfehlenswert, mindestens alle zwei Jahre an einer Schulungs- oder Rehabilitations-Maßnahme teilzunehmen.

Selbstkontrolle der COPD mit dem Peak-Flow-Meter

Für eine effektive Behandlung der COPD mit zufriedenstellenden Ergebnissen ist eine langfristige Zusammenarbeit von Arzt und Patient erforderlich.

Mit einem sogenannten Peak-Flow-Meter können Patienten die Weite ihrer Atemwege selbst überwachen. Gemessen wird der Luftstrom bei stärkster Ausatmung in Liter pro Minute. Durch regelmäßige Messungen werden Schwankungen frühzeitig bemerkt. Dadurch können Gegenmaßnahmen wie Medikamenten-Änderungen ergriffen werden, bevor es zu schwerer Atemnot kommt.

Betroffene, die noch kein Peak-Flow-Meter besitzen, sollten ihren Hausarzt oder Lungen-Facharzt unbedingt danach fragen.

Hier einige Informationen zum richtigen Messen mit dem Peak-Flow-Meter:

  • Immer mit dem gleichen Peak-Flow-Meter messen, um vergleichbare Werte zu erhalten, da die Geräte nicht geeicht sind.

  • Vor jeder Messung den Zeiger auf Null schieben.

  • Wenn möglich, im Stehen messen.

  • Zu jedem Mess-Zeitpunkt dreimal messen.

  • COPD-Tagebuch beispielsweise beim Hausarzt besorgen, wenn noch nicht vorhanden.

  • Messwerte immer in einem COPD-Tagebuch aufschreiben (Werte werden als Kreuze oder Kreise in eine Tabelle eingetragen, abhängig vom Zeitpunkt vor oder nach Gabe von atemwegserweiternden Medikamenten), so dass sich eine Kurve oder eine gezackte Linie ergibt.

  • Immer nur den besten der drei zum gleichen Zeitpunkt gemessenen Werte eintragen.

Und so funktioniert es:

  • Zunächst möglichst tief einatmen, kurz die Luft anhalten und das Mundstück gut mit den Lippen umschließen (es sollte keine Luft entweichen).

  • Gerät waagerecht halten und Zeiger sowie Luft-Auslass-Öffnungen nicht mit den Fingern blockieren.

  • So kräftig wie möglich ausatmen und dabei aber nicht ins Gerät husten und keinen Zungenstoß wie beim Spielen von Blasinstrumenten anwenden.

Bei stabiler Erkrankung ist eine Messung einmal täglich ausreichend. Zusätzliche Messungen sollten durchgeführt werden bei:

  • Atemnot

  • Atemwegsinfekt

  • allgemeinem Krankheitsgefühl/Abgeschlagenheit/Unwohlsein

  • Medikamentenänderungen

  • stark schwankenden Peak-Flow-Werten

Es gibt keine für alle Patienten gültige Regel, welche Peak-Flow-Werte „gut“ beziehungsweise „schlecht“ sind. Um anhand der gemessenen Peak-Flow-Werte eine Aussage über den Zustand der Atemwege eines Patienten treffen zu können, wird ein Referenz-Wert benötigt: Der persönliche Bestwert. Dieser wird folgendermaßen ermittelt:

  • Auf regelmäßige Einnahme beziehungsweise Inhalation der verordneten Medikamente achten.

  • Vier Wochen lang dreimal täglich den Peak-Flow-Wert messen (möglichst immer zur selben Zeit und in Ruhe).

  • Der beste in diesen vier Wochen jemals gemessene Wert ist der persönliche Bestwert.

Die Bewertung aller in Zukunft gemessenen Peak-Flow-Werte erfolgt mit Hilfe eines am persönlichen Bestwert orientierten Ampel-Schemas:

  • Grün bei 80 - 100 % des persönlichen Bestwerts: Atemwege stabil

  • Gelb bei 50 - 80 % des persönlichen Bestwerts: Vorsicht, Arzt aufsuchen

  • Rot bei weniger als 50 % des persönlichen Bestwerts: Dringend zum Arzt oder gegebenenfalls den Notarzt verständigen

Nachdem der persönliche Bestwert bestimmt wurde, sollten 50 % und 80 % dieses Wertes ausgerechnet werden und bei diesen Werten jeweils eine waagerechte Linie in die Tabelle im COPD-Tagebuch gezogen werden. Dadurch kann man leichter erkennen, ob sich die gemessenen Werte im grünen, gelben oder roten Bereich befinden.

Bei Messwerten im gelben oder roten Bereich oder bei über mehrere Messungen abfallenden Peak-Flow-Werten sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Dies gilt auch, falls noch keine Atemnot empfunden wird. Der Arzt wird dann entsprechende Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Änderung der Medikamente, einleiten. So können durch frühzeitiges Eingreifen schwere Atemnotanfälle vermieden werden.
Körperliche Betätigung und Sport

Regelmäßige Bewegung erhält und verbessert die Fitness von COPD-Patienten. Wie intensiv sich bewegt werden sollte, hängt von Erkrankungsstadium, Begleiterkrankungen und der momentanen Fitness der Betroffenen ab und sollte unbedingt mit dem behandlenden Arzt abgesprochen werden, bevor das Training begonnen wird.

Wichtig ist, dass die Bewegung regelmäßig erfolgt. Sinnvoll sind je nach Belastbarkeit Gehen, Nordic Walking, Wandern, Fahrradfahren, Schwimmen und andere Ausdauer-Sportarten. Außerdem eignen sich Ballspiele, Tanzen und Gymnastik, die zusätzlich Koordination und Beweglichkeit fördern.

Trainieren mit Gewichten führt einerseits zu einem wünschenswerten Muskel-Aufbau, andererseits sind Sportarten, bei denen starker Druck auf den Brustkorb ausgeübt wird, als für Lungenkranke eher ungünstig anzusehen. COPD-Patienten sollten dies durch die Wahl nicht zu schwerer Gewichte berücksichtigen.
Ernährung bei COPD
Ernährung bei COPD

Für COPD-Patienten ist eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung wichtig. Sowohl Über- als auch Untergewicht wirken sich ungünstig auf die Erkrankung aus.

Übergewichtige Patienten benötigen insbesondere bei Belastung mehr Sauerstoff. Gleichzeitig ist die Atmung erschwert, da das Zwerchfell bei der Einatmung nur gegen den Widerstand des Bauchfettes tiefer treten kann und auch das Heben des Brustkorbes mehr Kraft erfordert. Bei untergewichtigen Patienten beeinträchtigt dagegen verminderte Muskelkraft die Atmung. Die körperliche Belastbarkeit ist sowohl durch die daraus resultierende Atemnot als auch durch die Muskelschwäche selbst eingeschränkt.

Neben erhöhter beziehungsweise erniedrigter Kalorienzufuhr ist für alle Patienten gleichzeitiges körperliches Training wichtig, um das Verhältnis zwischen Fett und fettfreier Masse, zu der die Muskulatur gehört, zu verbessern. Gewichtsabnahme ohne körperliches Training führt zu einer Abnahme der Muskelmasse, noch bevor der Körper mit dem Abbau der Fettdepots beginnt.

Psychische Aspekte im Zusammenhang mit COPD

COPD ist eine Erkrankung mit Auswirkungen auf weite Lebensbereiche. Neben körperlichen Einschränkungen und der Notwendigkeit regelmäßiger Medikamenteneinnahme/-inhalation wirkt sie sich auch auf das seelische Wohlbefinden aus.

Atemnot bei COPD tritt häufig im Zusammenhang mit körperlicher Belastung auf. Das führt dazu, dass COPD-Patienten Belastungen, bei denen erfahrungsgemäß Atemnot auftritt, meiden. Dadurch geraten sie jedoch in eine Abwärtsspirale: Durch das Vermeiden von atemnotauslösenden Belastungen nimmt die körperliche Belastbarkeit ab. Atemnot tritt bei immer geringeren Belastungen auf. Dies führt zu zunehmender Inaktivität und schließlich zu sozialer Isolierung und depressiver Verstimmung. Atemnot ab einer gewissen Stärke macht außerdem Angst. Schwerste Atemnot kann Todesangst hervorrufen. Bei Angst verkrampft sich die Muskulatur – auch die Atem-Muskulatur. Dadurch und durch den erhöhten Sauerstoffverbrauch (Herzrasen, Blutdruckanstieg bei Angst) nimmt die Atemnot weiter zu.

Für Betroffene ist es sehr wichtig, sich mit der Erkrankung zu beschäftigen. Sie sollten unbedingt Schulungen und Rehabilitationskurse besuchen. Das trägt sehr wirksam zur Angstreduktion bei. Weniger Angst und richtiges Verhalten führen zu weniger Atemnot.

Viele Patienten reden nicht offen über ihre Erkrankung, sondern versuchen, sie vor ihrer Umwelt zu verbergen. Das ist allerdings nicht die richtige Vorgehensweise. Betroffene sollten offen mit ihrer Erkrankung umgehen. Wenn Angehörige, Freunde und Arbeitskollegen Bescheid wissen, erhalten die Betroffenen neben mehr Verständnis und Rücksichtnahme im Notfall auch schneller die notwendige Hilfe.

„Das kann ich nicht machen, da bekomme ich Atemnot!“, eignet sich gut als Ausrede für ungeliebte Tätigkeiten. Bei angenehmen Dingen wird die eigene Belastbarkeit andererseits von Betroffenen oft zu hoch angesetzt. Aber Vorsicht – auch hier besteht die Gefahr, in die Abwärtsspirale zu geraten.

Unterwegs mit COPD

Auf Reisen sollten Betroffene Folgendes immer griffbereit haben:

  • Notfall-Spray

  • Peak-Flow-Meter

  • COPD-Tagebuch

  • gegebenenfalls Sauerstoff

  • Handy

Hochgebirgs-Klima ist zwar aufgrund der saubereren Luft günstig, in höheren Lagen kann es jedoch durch den niedrigeren Sauerstoff-Paritialdruck zu vermehrter Atemnot kommen. In fortgeschrittenen Erkrankungsstadien kann diese schon ab etwa 1000 m bedrohliche Ausmaße annehmen. Das Reiz-Klima am Meer fördert die Reinigung der Atemwege, wird jedoch nicht von jedem Patienten vertragen. Gegenden mit starker Luftverschmutzung, etwa Großstädte, sollten besser gemieden werden.

Bei Flugreisen ist zu beachten, dass der Sauerstoff-Partialdruck auf Reiseflughöhe deutlich niedriger ist als auf dem Boden. Dadurch kommt es leichter zu Atemnot. Auch Aufregung und unvorhergesehene Ereignisse begünstigen generell das Auftreten von Atemnot auf Reisen.

Für Reisen oder Ausflüge im Auto gibt es Flüssig-Sauerstoff-Tanks für den Kofferraum, an denen das kleine tragbare Sauerstoff-Gerät bei Bedarf aufgefüllt werden kann. Im Flugzeug kann kein eigener Sauerstoff mitgenommen werden. Viele Fluggesellschaften bieten jedoch Sauerstoffversorgung auf dem Flug an. Hierfür sind eine vorherige Anmeldung und eine Bestätigung der Reisefähigkeit erforderlich.

Die fünf wichtigsten Tipps
  1. Rauchen Sie nicht!

  2. Rauchen Sie nicht!

  3. Rauchen Sie nicht!

  4. Rauchen Sie nicht!

  5. Rauchen Sie nicht!
Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen COPD und Asthma?

COPD und Asthma ähneln sich, aber es handelt sich nicht um die gleiche Erkrankung. Durch eine geeignete Therapie können die Auswirkungen von Asthma in der Regel geheilt werden. COPD ist dagegen eine fortschreitende Erkrankung. Die Schäden, die infolge der COPD an Lunge und Atemwegen entstehen, können dagegen durch Medikamente und die Behandlung der Erkrankung nicht rückgängig gemacht werden. Nur durch eine spirometrische oder bodyplethysmographische Untersuchung kann sicher zwischen Asthma und COPD unterschieden werden.

Was sind Bronchodilatatoren?

Bronchodilatatoren sind Medikamente, die das Atmen erleichtern, indem sie die Atemwege weiten. Normalerweise werden Bronchodilatatoren über Inhalatoren appliziert. Dadurch gelangen die Medikamente direkt in die Lungen. Es gibt verschiedene Kategorien von Bronchodilatatoren: Beta-2-Agonisten, Anticholinergika und Methylxanthine.

Was sind Beta-2-Agonisten?

Beta-2-Agonisten sind Medikamente, die die Atemwege weiten. Sie gehören zur Gruppe der Bronchodilatatoren. Sie stimulieren die Beta-2-Rezeptoren in der Atemmuskulatur, was zur Entspannung der Bronchialmuskulatur führt. Dadurch weiten sich die Bronchien. Es wird zwischen kurz- und langwirksamen Beta-2-Agonisten unterschieden. Salbutamol, Fenoterol und Terbutalin gehören beispielsweise zu den kurzwirksamen Medikamenten dieser Kategorie. Sie dienen in der Regel der schnellen Symptombeseitigung. Salmeterol und Formoterol gehören zu den langwirksamen Beta-2-Agonisten. Diese Medikamente werden eher zur Vorbeugung von Symptomen der COPD eingesetzt.

Was sind Anticholinergika?

Anticholinergika verhindern die Kontraktion der Atemmuskulatur. Dadurch weiten sich die Bronchien. Sie gehören zur Gruppe der Brochodilatatoren. Zu den Anticholinergika gehören beispielsweise das kurzwirksame Ipratropium und das langwirksame Tiotropium.

Was sind Methylxanthine?

Methylxanthine gehören zur Gruppe der Bronchodilatatoren. Sie stellen die Bronchien weit. Beispiele für Methylxanthine sind Aminophyllin und Theophyllin.

Warum helfen Kortisonpräparate bei COPD?

Kortisonpräparate oder besser gesagt Kortikosteroide sind Medikamente, die dabei helfen, Entzündungsreaktionen infolge der COPD zu kontrollieren und einzudämmen. Kortisonpräparate werden zur Behandlung der COPD häufig inhaliert. Dazu gehören zum Beispiel Budesonid, Beclomethason oder Fluticason. Es gibt auch Präparate in Tablettenform, wie beispielsweise Betamethason, Dexamethason, Methylprednisolon oder Prednisolon.

Was sind Kombinationspräparate?

Zur Behandlung der COPD werden häufig Kombinationen aus langwirksamen Beta-2-Agonisten und Kortikosteroiden verwendet. Die Beta-2-Agonisten sorgen für die Weitung der Bronchien, während die Kortikosteroide die Entzündungsreaktion verhindern oder eindämmen.

Mit welchen Nebenwirkungen muss ich rechnen, wenn ich Medikamente gegen COPD einnehme?

Bronchodilatatoren und Kortikosteroide zur Inhalation haben in der Regel keine oder kaum Nebenwirkungen. Manche inhalierbare Kortikosteroide können eine leichte Heiserkeit auslösen. Anticholinergika können zu Mundtrockenheit, Prostatahypertrophie oder einem Glaukom (grüner Star) führen und manche Beta-2-Agonisten zu einem leichten Zittern. Bei ungewöhnlichen oder neu aufgetretenen Nebenwirkungen sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.

Muss ich meinen Inhalator und/oder meine COPD-Medikamente immer dabei haben, auch wenn es mir gut geht?

Sie sollten stets Ihre vom Arzt verschriebenen Medikamente mit sich führen, wenn Sie unter COPD leiden. Außerdem sollten Sie sich immer an die Einnahmevorschriften halten, auch wenn Sie keine Symptome Ihrer COPD verspüren. Ihre Medikamente und Ihr Inhalator können das Verkrampfen Ihrer Atemwege verhindern. Wenn Sie die Einnahme eigenständig unterbrechen, könnten Sie das Risiko einer Exazerbation der COPD mit akuter Atemnot eingehen. Für solche Notfallsituationen sollten Sie außerdem immer Bronchodilatatoren dabei haben, die schnell wirken und druckgesteuert – nicht atemzugsgesteuert – sind.

Woran erkenne ich eine Exazerbation meiner COPD?

Wenn Ihre COPD in einem stabilen Zustand ist, verändern sich Ihre Symptome der Erkrankung, je nach Krankheitsstadium, nur unwesentlich. Bei einer Exazerbation dagegen werden sich Ihre Symptome in sehr kurzer Zeit verstärken und sich Ihr Zustand verschlimmern. Zu den Symptomen, die dann auftreten könnten, gehören beispielsweise die folgenden: Verstärkte Atemnot, pfeifendes Atemgeräusch, Brustenge, Verwirrung, starker Husten mit oder ohne Auswurf, Veränderungen in der Auswurffarbe, Fieber, Schläfrigkeit (eventuell Zeichen einer lebensgefährlichen Kohlendioxid-Vergiftung) oder Blaufärbung von Lippen oder Fingernägeln. Diese Symptome sind lediglich typische Beispiele. Es kann sein, dass bei einer Exazerbation keines dieser Symptome auftritt, dass manche auftreten oder dass alle auftreten. Auch treten diese Symptome nicht zwingend gleichzeitig oder in einer bestimmten Abfolge auf.

Was soll ich tun, wenn ich den Verdacht auf eine Exazerbation habe?

Exazerbationen der COPD können lebensbedrohlich sein und machen in der Regel ärztliche Hilfe notwendig. Auch Menschen, bei denen noch keine COPD festgestellt wurde, sollten umgehend einen Arzt informieren, wenn sie Verwirrung oder ungewöhnlich starke Schläfrigkeit verspüren sollten. Dies sind Zeichen für eine gefährliche Überhöhung des Kohlendioxidgehalts im Blut.

Muss ich meine Ernährung ändern, wenn ich COPD habe?

Sie sollten sich gesund und ausgewogen ernähren. Manche Menschen mit COPD haben stärkere Atemprobleme nach einem schweren Essen. Daher sollten Sie eventuell auf sehr mächtige und schwere Mahlzeiten verzichten und lieber kleinere Portionen zu sich nehmen.

Wie oft muss ich zum Arzt, wenn ich COPD habe?

Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über sinnvolle Kontrollintervalle. In der Regel sollten Sie alle drei bis sechs Monate bei Ihrem behandelnden Arzt zum COPD-Kontrolltermin erscheinen.

Gibt es bestimmte rezeptfreie Arzneien, die ich aufgrund meiner COPD vermeiden sollte?

Wenn Sie rezeptfreie Medikamente in der Apotheke einkaufen, sollten Sie stets Ihren Apotheker über Ihre COPD-Erkrankung in Kenntnis setzen. Er wird Ihnen sagen können, welche Arzneimittel aufgrund Ihrer Nebenerkrankung eingesetzt werden können und welche nicht. Insbesondere mit frei erhältlichen Hustenstillern sollten Sie sehr vorsichtig sein. Lassen Sie Ihren Arzt immer wissen, welche Medikamente Sie neben den verschriebenen einnehmen, damit er Sie dazu beraten und auf mögliche Wechselwirkungen Rücksicht nehmen kann.

Wie huste ich richtig?

Atmen Sie tief ein und halten Sie die Luft für zwei Sekunden an. Husten Sie zweimal, während Sie den Mund leicht geöffnet halten. Das erste Husten sollte Ihren Schleim lösen, und das zweite Husten sollte den Schleim in Richtung Mund befördern.

Ich habe gehört, dass ich meinen Auswurf überpfüfen soll. Was bedeutet das?

Sie sollten Ihren Auswurf in einem sauberen Taschentuch auffangen. Ein gutes Zeichen ist ein klarer, transparenter Schleim mit eventuell einer leicht cremigen Verfärbung. Wenn der Auswurf gelb, grün oder rot ist, kann das ein Zeichen für eine Infektion sein. Sie sollten in diesem Fall einen Arzt aufsuchen.

Wie wird sich meine COPD-Erkrankung entwickeln?

COPD ist eine fortschreitende Erkrankung. Das bedeutet, dass sich die Erkrankung im Verlauf der Zeit verschlimmern wird. Normalerweise entwickeln sich diese Veränderungen langsam. Manchmal kann es aber auch sehr plötzlich zu einer deutlichen Verschlechterung kommen. Das nennt man dann Exazerbation. Es gibt Vieles, das Sie tun können, um Ihr persönliches Risiko für das Erleiden einer Exazerbation zu verringern. Vermeiden Sie, soweit möglich, Umgebungen mit starker Luftverschmutzung und stellen Sie eine gute Qualität der Atemluft zu Hause sicher, indem Sie beispielsweise regelmäßig lüften und insbesondere in den Wintermonaten auf ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit achten. Ganz wichtig ist es auch, Substanzen aus dem Weg zu gehen, die die Atemwege reizen könnten. Dazu gehören vor allem Zigarettenrauch, aber auch reizende Chemikalien.

Mir wurde gesagt, dass ich eine angeborene Veranlagung für COPD habe. Was bedeutet das?

Die meisten COPD-Fälle werden durch Rauchen oder Umweltbelastungs-Faktoren hervorgerufen. Es gibt allerdings auch Fälle, die auf einen angeborenen Mangel an dem Protein Alpha-1-Antitrypsin zurückzuführen sind. Alpha-1-Antitrypsin schützt die Lunge vor Schäden. Bei Mangel an diesem Schutz kann es irgendwann zur COPD kommen.

Gibt es etwas, damit ich mein COPD-Risiko reduzieren kann?

Wenn Sie Raucher sind, ist die allerwichtigste Maßnahme, das Rauchen einzustellen. Wenn Sie kein Raucher sind oder bereits das Rauchen aufgegeben haben, sollten Sie keine stark verrauchten Orte aufsuchen, um häufiges Passivrauchen zu vermeiden.

Können Kinder COPD bekommen?

Sehr selten können auch Kinder COPD bekommen. Dies ist dann oft mit einem angeborenen Alpha-1-Antitrypsinmangel verbunden und tritt häufig bei Personen auf, die als Frühgeburten zur Welt gekommen sind (Frühchen-Syndrom).

Hierbei handelt es sich um eine unabhängige Patienteninformation der Dr. Becker eHealth GmbH, die ohne Mitwirken von Sponsoren erarbeitet wurde. Ziel dieser Informationsdienstleistung ist es, der Leserschaft bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, welche ohne die Notwendigkeit medizinischen Fachwissens verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.





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Institut für hausärztliche Fortbildung im Deutschen Hausärzteverband (IhF) e.V.