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Chronisch obstruktive Lungenerkrankung

auch bekannt als: COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease)

Komplikationen

Icon Langfristig führt COPD zu einer zunehmenden Zerstörung der Lunge mit ständiger Atemnot (Lungenemphysem). Durch möglichst frühzeitige Therapie, rehabilitative Maßnahmen und bei Rauchern Rauchstop (wirksamer als jedes Medikament!) kann dem entgegengewirkt werden. 

Manche Komplikationen bei COPD treten akut, also plötzlich auf, andere entstehen langsam. Die häufigsten akut auftretenden Komplikationen der COPD sind akute Verschlechterungen der COPD-Symptome (Exazerbationen) und Atemnot-Anfälle.

Beide können unterschiedliche Ursachen haben. Teilweise sind sie mit Hilfe konsequenter Selbstkontrolle der COPD durch die Betroffenen und bei entsprechend frühzeitiger Reaktion auf sich anbahnende Verschlechterungen vermeidbar.

Mit zunehmender Dauer der Erkrankung können auch Umbauvorgänge in der Lunge und die längerfristige Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff zu Komplikationen führen. Typische Komplikationen infolge von Umbauvorgängen sind:

  • eine Lungenherz-Schwäche (Cor pulmonale),

  • Herz-Rhythmus-Störungen und

  • eine Ansammlung von Luft im Brustkorb außerhalb der Lunge (Pneumothorax).

Schädigungen durch chronischen Sauerstoff-Mangel können außerdem alle Organe betreffen und deren Funktion beeinträchtigen.

Akute Verschlechterung (Exazerbation)

Patienten, die unter COPD leiden, sind anfälliger gegenüber akuten Atemwegs-Infekten als andere Menschen. In der Regel halten diese Erkrankungen bei COPD-Patienten auch länger an als bei Lungengesunden. Eine banale Erkältung in Form eines grippalen Infektes ist dann nicht wie erwartet nach etwa einer Woche ausgestanden, sondern zieht sich oft über viele Wochen hin. Häufig rechnen Patienten aber mit einem kurzfristigen Ausheilen. Sie behandeln dann die Symptome ihrer Erkältung über längere Zeit selbst und suchen erst nach mehreren Wochen den Hausarzt auf, wenn eine Besserung ausbleibt oder es gar zur Verschlechterung des Zustands kommt. Das ist falsch! Da bei COPD-Patienten ein an sich harmloser Atemwegs-Infekt auf eine vorgeschädigte Lunge trifft, ist es in solchen Fällen wichtig, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen.

Atemwegsinfekte werden meist zunächst durch Viren ausgelöst. Bakterielle Atemwegs-Infekte treten bei COPD-Patienten deutlich häufiger auf, als bei Lungengesunden. Setzt die notwendige fachgerechte Behandlung verzögert ein, steigt die Wahrscheinlichkeit einer zusätzlichen bakteriellen Infektion, auch bei zunächst viralen Infekten. Dadurch wird der Einsatz von Antibiotika notwendig. Durch rechtzeitige angemessene Behandlung wird der Krankheitsverlauf abgekürzt und es sind weniger Medikamente erforderlich.

Im Rahmen von Exazerbationen kommt es in der Regel zu einer Zunahme der Atemnot. Dies kann bis zu bedrohlichen Atemnot-Anfällen gehen, die einen Notarzt-Einsatz erforderlich machen. Auch das kann durch eine frühzeitige konsequente Therapie in vielen Fällen vermieden werden.

Lungenherz-Schwäche (Cor pulmonale)

Umbauvorgänge in der Lunge führen zur Zerstörung von Lungenbläschen und den darauf liegenden feinen Blutgefäßen. Das führt zu einer verringerten Sauerstoff-Aufnahme. In der Folge kann es zu einer Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff kommen. Dies passiert insbesondere bei gleichzeitig bestehender Verengung der Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgen (koronare Herzkrankheit).

Als Folge der Zerstörung vieler der in der Lunge parallel verlaufenden Blutgefäße muss das Herz die gleiche Menge Blut durch weniger Blutgefäße pumpen. Dadurch steigt der Druck in den noch verbliebenen Blutgefäßen. Das Herz pumpt gegen einen erhöhten Widerstand an. Dies führt langfristig zu einer Überlastung des Herzmuskels, dessen Leistungsfähigkeit dadurch abnimmt. Man spricht von Herzschwäche oder Herzinsuffizienz.

Herz-Rhythmus-Störungen

COPD kann zu Herz-Rhythmus-Störungen (Arrhythmien) führen. Eine Herz-Rhythmus-Störung ist eine Abweichung von der normalen rhythmischen Herzschlagfolge, die durch fehlerhafte Vorgänge bei der Bildung und/oder Leitung der Erregung im Herzmuskel ausgelöst wird.

Ansammlung von Luft im Brustkorb außerhalb der Lunge (Pneumothorax)

Ein Pneumothorax erfordert eine sofortige ärztliche Behandlung. Im Rahmen einer Überblähung der Lunge (Emphysem) kann es vorkommen, dass die entstandenen großen Lungenblasen spontan oder durch mechanische Einwirkungen platzen. Dadurch fällt der betroffene Lungenflügel in sich zusammen. Für die Sauerstoff-Aufnahme steht dann nur noch die halbe Lunge zur Verfügung. Das führt zu plötzlich auftretender sehr starker Atemnot. Im schlimmsten Fall können sogar beide Lungenflügel zusammenfallen.

Hierbei handelt es sich um eine unabhängige Patienteninformation der Dr. Becker eHealth GmbH, die ohne Mitwirken von Sponsoren erarbeitet wurde. Ziel dieser Informationsdienstleistung ist es, der Leserschaft bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, welche ohne die Notwendigkeit medizinischen Fachwissens verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.





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Institut für hausärztliche Fortbildung im Deutschen Hausärzteverband (IhF) e.V.