Glossar

Fachchinesisch verständlich erklärt

Wer sich intensiv mit seiner Gesundheit auseinander setzt, wird immer wieder auf Fachbegriffe stoßen, die nicht selbsterklärend sind. Auf HausMed finden Sie die passende Erklärung.


Die Gicht ist eine meist chronische Erkrankung, die häufig in akuten sehr schmerzhaften Schüben verläuft und der eine Störung im Stoffwechsel der sog. Purine zugrunde liegt. Purine werden im Körper zu Harnsäure abgebaut, welche sich bei Gicht in den Gelenken (vor allem im Großzehengrundgelenk) ablagern und dadurch starke Schmerzen verursachen kann.  Man unterscheidet eine primäre und einer sekundäre Gicht. Der primären Gicht liegt ein angeborener Stoffwechseldefekt zugrunde. Meist handelt es sich dabei um eine Störung bei der Ausscheidung von Harnsäure in der Niere. Dieser Defekt ist sehr häufig in der Bevölkerung und in der Regel kommt es bei den Betroffenen erst im höheren Lebensalter und beim Zusammentreffen mit mehreren anderen Faktoren (purinreiche Ernährung, hoher Alkoholkonsum, Übergewicht) zur Entstehung einer Gichterkrankung. Manche sehr seltenen Formen der angeborenen Gicht gehen auch mit Störungen des Nervensystems einher (z. B. Lesch-Nyhan-Syndrom). Die sekundäre Gicht entsteht dagegen aufgrund einer Vorerkrankung. Hier kommt es entweder durch gesteigerten Zellabbau, wie dies typischerweise bei bestimmten Leukämieformen oder bei einer Chemotherapie der Fall sein kann, oder durch eine Nierenfunktionsstörung aufgrund einer Nierenerkrankung zur Gichterkrankung. Die Gicht kann lange Zeit symptomlos verlaufen (asymptomatische Hyperurikämie). Das typische Symptom der Erkrankung ist jedoch der akute Gichtanfall. Dieser beginnt meist nachts oder am frühen Morgen mit heftigen Schmerzen in einem Gelenk. In zwei Dritteln der Fälle ist das Großzehengrundgelenk betroffen (Podagra). Das betroffene Gelenk ist hochrot, häufig teigig geschwollen, überwärmt und druckschmerzhaft. Der Anfall dauert meist einige Stunden, kann aber auch mehrere Tage anhalten. Es kommt oft zu leichtem Fieberanstieg (38,5-39 °C). Bleibt die Gicht unbehandelt kann es durch Ablagerungen von Harnsäure zu Schäden an inneren Organen (Viszeralgicht, Gichtherz, Gichtniere) und Gelenken kommen. Gicht wird im Anfall vor allem mit Schmerzmitteln, sowie durch Ruhigstellung des betroffenen Gelenks behandelt. Um dem Anfall vorzubeugen ist eine purinarme Diät empfehlenswert, sowie gegebenenfalls die Einnahme von Medikamenten, welche die Harnsäureausscheidung fördern (Urikosurika) oder die Harnsäurebildung reduzieren (Urikostatika).

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