Winterdepression und Winterspeck

Lichtmangel und seine Folgen

Therapie einer Winterdepression

Die Behandlung einer Winterdepression besteht hauptsächlich aus einer Lichttherapie, medikamentöser und Psychotherapie. Bei einer Lichttherapie setzen sich die Betroffenen regelmäßig vor ein Lichtgerät. Nach wenigen Tagen kommt es meist zu einer deutlichen Besserung.

Am Anfang einer Behandlung wird der Arzt in der Regel einen Therapieplan erstellen. Die Behandlung besteht hauptsächlich aus der Lichttherapie, medikamentöser und Psychotherapie. Mittlerweile ist die Lichttherapie bei Winterdepression gut etabliert. Dabei setzen sich Betroffene über zwei Wochen morgens und abends vor ein Lichtgerät. Die meisten Betroffenen berichten, dass es bereits nach wenigen Tagen zu einer deutlichen Besserung kommt. Wichtig ist ein hoher Anteil von weißem, also Tageslicht entsprechendem Licht.

Wenn eine schwere Form der Winterdepression vorliegt, sollte in Absprache mit dem behandelnden Arzt eine medikamentöse Behandlung erfolgen. In der Regel werden folgende Antidepressiva eingesetzt:

  • trizyklische Antidepressiva

  • selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer

  • Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer

Mittel der ersten Wahl bei der Therapie einer Winterdepression sind die selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer.

Einige einfache Strategien im Alltag helfen, um die schlechten Gedanken in der kalten Jahreszeit zu vertreiben. Am besten hält man sich so lange wie möglich im Freien auf. Ausgedehnte Spaziergänge helfen nicht nur, Tageslicht aufzunehmen, sondern auch Kalorien zu verbrennen, was dem Winterspeck entgegen wirkt.

Allgemeine Therapiemaßnahmen bei Winterdepression und Winterspeck
Allgemeine Therapiemaßnahmen bei Winterdepression und Winterspeck

Einige einfache Strategien im Alltag können helfen, die schlechten Gedanken in der kalten Jahreszeit zu vertreiben.

Bei vielen Betroffenen bessert sich der Gesundheitszustand, wenn sie ausreichend Licht tanken. Deshalb ist es ratsam, sich so lange wie möglich an den kurzen Wintertagen im Freien aufzuhalten. Ideal ist ein 30- bis 60-minütiger Spaziergang in der Mittagszeit. Die Lichtintensität ist in dieser Zeit am höchsten (ca. 2000 Lux). Zu Hause sollte man sich vermehrt auf der Terrasse oder den Balkon aufhalten. Falls diese Möglichkeit nicht besteht, kann man auch bei geöffnetem Fenster frische Luft und Licht tanken.

Empfehlenswert ist es weiterhin, den Winterurlaub in einem südlich gelegenen Land oder im schneebedeckten Gebirge zu verbringen, da die Lichtintensität dort höher ist.

Unabhängig von oder in Kombination mit den anderen Therapiemaßnahmen sollte vermehrt Sport getrieben werden wie zum Beispiel:

  • Jogging

  • Radfahren

  • Nordic Walking

  • Skifahren

  • Spaziergänge (vor allem bei Tageslicht)

Die einzelnen sportlichen Aktivitäten sollten möglichst unter freiem Himmel ausgeübt werden. Auch bei bewölktem Himmel ist die Lichtintensität um ein Vielfaches stärker als normale Bürobeleuchtung. Es kommt nämlich unabhängig von der Sonnenstrahlung auf die Strahlung des weißen Tageslichts an.

Zusätzlich kommt durch Sport der Kreislauf in Schwung. Müdigkeit und Antriebslosigkeit können erst gar nicht zum Zuge kommen. Ein weiterer Vorteil ist, dass durch die körperliche Bewegung vermehrt Serotonin ausgeschüttet wird, welches dann für gute Laune sorgt. Sportliches Engagement lohnt sich auch für die Figur und gibt dem Ansetzen von Winterspeck erst gar keine Chance. Durch die körperliche Bewegung erhöhen sich der Grundumsatz und somit auch der Energieverbrauch. Die überschüssigen Pfunde purzeln“ dann von ganz alleine.

Lichttherapie

Mittlerweile ist die Lichttherapie bei Winterdepression weit verbreitet. Dabei wird in Absprache mit dem Arzt ein Lichtgerät erworben, welches 400 - 800 Euro kostet. Ungefähr 2 Wochen lang setzen sich Betroffene morgens und abends vor dieses Lichtgerät. In der Regel benutzt man eine Lichtstärke von 2.500 Lux für 2 Stunden oder 10.000 Lux für 30 Minuten pro Tag. Man kann während dieses „Lichtbades“ bequem lesen, essen oder fernsehen.

Die meisten Betroffenen berichten bereits nach wenigen Tagen eine Besserung. Bei welcher Lichtstärke und Anwendungsdauer es zu den besten Therapieerfolgen kommt, sollte individuell getestet werden. Wichtig ist ein hoher Anteil von weißem Licht, was der Strahlung des Tageslichts entspricht. Schädliche UV-Lichtanteile werden bei guten Geräten herausgefiltert.

Die Lichttherapie sollte mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, da es wie bei jeder wirksamen Therapie auch hier zu Nebenwirkungen kommen kann. So können beispielsweise Schlafstörungen, Augenreizungen, Fieber, Ausschläge oder Kopfschmerzen auftreten. Einige Arzneimittel wie Lithium oder Melatonin können eine Lichtempfindlichkeit bewirken. Gerade manisch-depressive Patienten sollten nur in Absprache mit ihrem Psychiater und Psychotherapeuten eine Lichttherapie durchführen.

Medikamentöse Therapie der Winterdepression

Bei depressiven Menschen kommt es zu einer Störung der Nervensignal-Weiterleitung im Gehirn. Daran sind so genannte Neurotransmitter beteiligt. Diese Botenstoffe, etwa Serotonin oder Dopamin, stehen bei gesunden Menschen im Gleichgewicht und gewährleisten, dass die Nervenimpulse von einer Nervenzelle zur anderen reibungsfrei weitergeleitet werden.

Bei depressiven Patienten ist die Aktivität von Nervenzellen, welche Serotonin und Dopamin produzieren, deutlich gesenkt. Dadurch kommt es zu getrübter Stimmungslage, Schlafstörungen und Abgeschlagenheit. Durch die Gabe von Antidepressiva kann die Konzentration dieser Neuro-transmitter im Gehirn wieder erhöht werden. Nach Tagen bis Wochen stellt sich ein normales Gleichgewicht zwischen den einzelnen Botenstoffen wieder ein und die Beschwerden klingen in der Regel wieder ab.

Bedacht werden sollte, dass Antidepressiva keine Wundermittel sind und das Leben nicht von Grund auf ändern können. Sie können aber durchaus dabei helfen, die Antriebslosigkeit und Hoffnungslosigkeit zu überwinden und somit das Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Wenn also eine schwere Form der Winterdepression vorliegt, sollte in Absprache mit dem behandelnden Arzt eine zusätzliche medikamentöse Behandlung erfolgen. In der Regel werden folgende Antidepressiva eingesetzt:

  • trizyklische Antidepressiva

  • selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer

  • Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer

Mittel der ersten Wahl bei der Therapie einer Winterdepression sind die selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer. Nachfolgend werden kurz die wichtigsten Wirkungsmechanismen der drei unterschiedlichen Klassen von Antidepressiva vorgestellt.Zu den älteren und häufig in der Vergangenheit eingesetzten Antidepressiva zählen die trizyklischen Antidepressiva. Sie hemmen die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin. Sie haben allerdings eine Vielzahl an Wirkungen und Nebenwirkungen, da sie in viele Systeme der Neurotransmitter eingreifen, und finden daher zunehmend keine Anwendung mehr.

Wie die meisten Antidepressiva basieren auch die selektiven Serotonin Wiederaufnahme-Hemmer (selektive Serotonin-Reuptake-Inhibitoren, kurz SSRI) auf der Hemmung der Wiederaufnahme des Serotonins in die Nervenzellen. Die positiven Wirkungen des Serotonins können somit für eine längere Zeit anhalten. Der Vorteil ist, dass sie selektiv, also gezielt für Serotonin, wirken und andere Neurotransmitter nicht beeinflussen. Sie finden heutzutage eine breite Anwendung vor allem bei leichten und mittelschweren Depressionen und sind in der Regel gut verträglich.

Norardrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (Noradrenalin-Reuptake-Inhibitoren, kurz NARI) hemmen die Wiederaufnahme von Noradrenalin in seine Speicher. Auch diese Antidepressiva werden bei leichten und mittelgradigen Depressionen verschrieben, hauptsächlich um die Antriebslosigkeit zu überwinden.

Es stehen auch pflanzliche Heilmittel zur Verfügung. Zum Beispiel können mit Johanniskraut-Präparaten bei langer und optimal dosierter Menge beachtliche Behandlungserfolge erzielt werden. Von einer Selbstmedikation ist aber abzuraten und eine Einnahme im Vorfeld mit dem behandelnden Arzt abzusprechen.

Psychotherapie bei Winterdepression

Falls eine schwere Form der Winterdepression vorliegt, sollte begleitend zu der Einnahme von Antidepressiva eine Psychotherapie begonnen werden. Bei rechtzeitigem Beginn wird die Depression dadurch deutlich abgeschwächt und dem Patienten werden Problembewältigungstechniken aufgezeigt. Hauptsächlich wird vermittelt, wie man positive Erfahrungen aufbaut und negative Denkweisen vermeiden lernt.

Hierbei handelt es sich um eine unabhängige Patienteninformation der Dr. Becker eHealth GmbH, die ohne Mitwirken von Sponsoren erarbeitet wurde. Ziel dieser Informationsdienstleistung ist es, der Leserschaft bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, welche ohne die Notwendigkeit medizinischen Fachwissens verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.


Infozept Nr. I-WIN-039