Vorsorgeuntersuchungen

Bessere Heilungschancen durch Früherkennung

Krebsfrüherkennung

Krebs kann uns in jedem Lebensabschnitt treffen, allerdings steigt das Erkrankungsrisiko mit zunehmendem Alter. Die Heilungschancen werden jedoch immer besser, wenn Krebserkrankungen frühzeitig erkannt werden.

Untersuchungen zur Früherkennung von Krebserkrankungen haben das Ziel, bösartige Neubildungen in möglichst frühen Stadien zu entdecken und dadurch die Heilungschancen zu verbessern. Eine frühzeitige Entdeckung verbessert aber nicht nur die Heilungschancen, auch die notwendigen Behandlungsmethoden sind in frühen Stadien einer Krebserkrankung weit weniger belastend als in späteren Stadien der Erkrankung. Zu einem frühen Zeitpunkt der Krebserkrankung sind oftmals weniger ausgedehnte Operationen vonnöten und die medizinische Behandlung kann schonender erfolgen.

Krebsfrüherkennungsuntersuchungen gehören daher zu den Standardleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Alle Versicherten haben ab einem festgelegten Alter Anspruch auf eine Untersuchung zur Früherkennung von bestimmten Krebserkrankungen. Alle gesetzlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen sind von der Praxisgebühr befreit. Zusätzlich bieten einige Krankenkassen ihren Versicherten einen finanziellen Bonus oder andere Prämien an, wenn sie Untersuchungen zur Früherkennung regelmäßig in Anspruch nehmen.

Folgende Früherkennungsuntersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten und empfohlen:

  • Früherkennung von Krebserkrankungen der Haut

  • Früherkennung von Krebserkrankungen des End- und des übrigen Dickdarms

  • Früherkennung von Krebserkrankungen der Geschlechtsorgane

  • Früherkennung von Krebserkrankungen der Brust

  • Früherkennung von Krebserkrankungen der Prostata

Krebsführerkennungs-Richtlinie

Die Richtlinien über die Früherkennung von Krebserkrankungen (Krebsfrüherkennungs-Richtlinie / KFE-RL) setzen den Anspruch von Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf Krebsvorsorgeuntersuchungen fest und werden vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beschlossen.

In den Richtlinien wird beschrieben, welche Untersuchungen zur Früherkennung verschiedener Krebserkrankungen (Hautkrebs, Darmkrebs, Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs und Prostatakrebs) von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden, in welchem Lebensalter und Untersuchungsintervall diese stattfinden sollen und welche Grundlagen und Ziele die Früherkennungsuntersuchungen beinhalten. Außerdem wird festgelegt, welche Ärzte und Ärztinnen berechtigt sind, die Maßnahmen durchzuführen, wie sich der Ablauf der einzelnen Untersuchungen gestalten und die Aufzeichnung, Dokumentation und Evaluation erfolgen soll sowie welche Informationen zu den einzelnen Untersuchungen die Patientinnen und Patienten vorab erhalten sollen. Ebenso werden Empfehlungen zur Qualitätssicherung gegeben.

Chronikerregelung §62SGB V

Ausnahmen von der Pflicht zur Teilnahme an Gesundheits- und Krebsfrüherkennungsuntersuchungen

Die Teilnahme an Krebsfrüherkennungsuntersuchungen ist für alle Versicherten freiwillig, es gibt bisher keine gesetzliche Verpflichtung. Allerdings übt die Gesetzgebung sanften Druck auf die Versicherten aus, so dass diese sich zumindest über die jeweiligen Früherkennungsuntersuchungen beraten lassen müssen, um im Fall einer späteren chronischen Erkrankung eine höhere Zuzahlungsentlastung für medizinische Leistungen zu erhalten. Die Versicherten müssen die Beratung über Chancen und Risiken der jeweiligen Untersuchung innerhalb von zwei Jahren nach Erreichen des jeweiligen Anspruchsalters in einem Präventionspass nachweisen. Die Beratungen können von allen Ärzten und Ärztinnen angeboten werden, die berechtigt sind, die entsprechenden Untersuchungen selbst durchzuführen. Wer die Beratung nicht wahrnimmt, kann bei einer späteren chronischen Erkrankung keine höhere Zuzahlungsentlastung geltend machen. Das bedeutet, dass die Versicherten dann statt maximal ein Prozent zwei Prozent von ihrem jährlichen Bruttoeinkommen für medizinische Leistungen dazu bezahlen müssen.

Diese Regelung gilt derzeit nur für die Untersuchungen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs (für Frauen ab 20 Jahre), Brustkrebs (Mammographie-Screening für Frauen ab 50 bis 69 Jahre) und von Darmkrebs (Schnelltest auf okkultes Blut oder Früherkennungskoloskopie für Frauen und Männer ab 50 Jahre).

Diese Regelung betrifft ausschließlich die nach dem 1. April 1987 geborenen weiblichen und nach dem 1. April 1962 geborenen männlichen Versicherten. Für ältere Versicherte sowie Versicherte mit schweren psychischen Erkrankungen oder geistigen Beeinträchtigungen als auch für Versicherte, die bereits an der zu untersuchenden Erkrankung leiden, gilt diese Regelung nicht.

Hautkrebsfrüherkennung

Seit Juli 2008 gehört die Früherkennung von Hautkrebs zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Alle Versicherten ab dem 35. Lebensjahr können alle zwei Jahre eine Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchung in Anspruch nehmen. Die Untersuchung kann sowohl in hausärztlichen als auch in dermatologischen Praxen durchgeführt werden. Allerdings müssen die Ärzte und Ärztinnen über eine Berechtigung für diese Untersuchung verfügen.

Ziel der Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchung

Ziel der Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs ist die frühzeitige Entdeckung des Malignen Melanoms (sogenannter 'schwarzer' Hautkrebs), des Basalzellkarzinoms (sogenannter 'weißer' Hautkrebs) sowie des Plattenepithelkarzinoms (sogenannter 'Stachelzellkrebs'). Während die 'weißen' Hautkrebserkrankungen (Basalzell- und Stachelzellkarzinom) nur sehr selten Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden und dadurch gut behandelbar sind, finden sich beim 'schwarzen' Hautkrebs, schon im frühen Stadien Metastasen. Er hat eine sehr viel schlechtere Prognose und gehört zu den häufigsten Todesursachen unter den Hauterkrankungen.

Das wichtigste Ziel der Hautkrebs-Früherkennung ist daher, die Zahl der krebsbedingten Todesfälle beim schwarzen Hautkrebs zu senken. Darüber hinaus sind auch bei frühzeitiger Entdeckung von Hautkrebs meistens  weniger ausgedehnte Operationen notwendig und die medikamentöse Behandlung kann unter Umständen schonender erfolgen. Das sogenannte Hautkrebs-Screening ist daher eine sinnvolle Maßnahme zur Früherkennung von Hautkrebs.

Was passiert beim Hautkrebsscreening?
Was passiert beim Hautkrebsscreening?

Das Hautkrebsscreening ist eine Ganzkörperuntersuchung der gesamten Haut einschließlich des behaarten Kopfes sowie aller Körperhautfalten (vor allem Achselhöhlen, Leisten, Gesäßspalte, Finger- und Zehenzwischenräume, Unterbrustbereich, Bauchnabel). Nach einem einführenden Gespräch (Anamnese), mit Fragen nach Beschwerden oder Veränderungen der Haut sowie einer Beratung zum individuellen Krankheitsrisiko und Verhaltenstipps zum Schutz vor Hautkrebs, wird der Arzt beziehungsweise die Ärztin Ihre komplette Haut genau betrachten. Dazu müssen Sie sich komplett entkleiden. Der Arzt/die Ärztin untersucht dabei nicht nur Arme, Beine und den Oberkörper, sondern auch Kopfhaut, Lippen und Zahnfleisch sowie Genitalien und Fußsohlen. Die ganze Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Sich vor Fremden ganz auszuziehen, ist für die meisten Menschen mit einem großen Schamgefühl verbunden. Sprechen Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin darauf an, dass Sie sich dabei nicht wohlfühlen, denn das offene Gespräch vertreibt erfahrungsgemäß die anfängliche Scheu.

Anschließend wird Ihnen der Befund mitgeteilt. Ist das Ergebnis negativ, also wurden keine Auffälligkeiten von Hautkrebs gefunden, folgen keine weiteren Untersuchungen. Im Falle eines verdächtigen (positiven) Befundes erfolgt die weitere Abklärung bei einem Facharzt/einer Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten (Dermatologe/Dermatologin). Diese oder dieser führt erneut eine visuelle Ganzkörperuntersuchung durch und überprüft vor allem die auffälligen Befunde der ersten Untersuchung mit einer speziellen Untersuchungslampe. Wird der Befund bestätigt, wird eine sogenannte histopathologische Untersuchung zur Diagnosesicherung veranlasst. Wenn Sie gleich bei einem Hautarzt/einer Hautärztin waren, werden Sie wahrscheinlich nicht weiter überwiesen und direkt in der Praxis weiterbehandelt.

Bei der histopathologischen Untersuchung wird je nach Art des Hautkrebses unterschiedlich verfahren. Beim Basalzell-Karzinom und beim Stachelzell-Karzinom wird zunächst etwas Gewebe entnommen („Probebiopsie“) und das Gewebe auf krankhafte Veränderungen untersucht. In manchen Fällen kann diese Biopsie auch schon die komplette Entfernung des Tumors umfassen. Bestätigt sich der Verdacht auf „weißen“ Hautkrebs, werden alle davon betroffenen Hautteile operativ entfernt. Außerdem werden die benachbarten Lymphknoten untersucht sowie bei dem Verdacht auf eine Fernmetastasierung die üblichen organspezifischen Untersuchungen durchgeführt.

Besteht der Verdacht auf schwarzen Hautkrebs, also auf das maligne Melanom, werden die erkrankten Teile der Haut komplett entfernt und das herausgeschnittene Gewebe im Anschluss auf Veränderungen untersucht. Bestätigt sich bei der Gewebeuntersuchung der Verdacht auf „schwarzen“ Hautkrebs, wird für gewöhnlich noch einmal nachoperiert, damit sichergestellt werden kann, dass wirklich alle erkrankten Hautzellen mit einem Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe entfernt worden sind. Die Gewebeentnahme beziehungsweise Operation kann gegebenfalls auch unter lokaler Betäubung durchgeführt werden. Anschließend wird die Wunde in der Regel genäht und später die Fäden gezogen, meistens bleibt eine kleine Narbe zurück. Beim Vorliegen eines malignen Melanoms sind neben den Untersuchungen auf Töchtergeschwülste, weitere Folgetherapien notwendig.

Dies kann eine Strahlen-, Chemo- oder Immuntherapie sein. Sie hängt vom Stadium und der Ausbreitung des Melanoms ab.

Neben der Untersuchung mit bloßem geschultem Auge bieten einige Ärzte und Ärztinnen zusätzliche Leistungen zur Hautkrebs-Früherkennung an, zum Beispiel die Verwendung eines Auflichtmikroskops. Bei dieser Untersuchung wird eine beleuchtete Speziallupe über die Hautstellen geführt, um diese besser betrachten zu können. In den meisten Fällen wird diese Leistung nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Klären Sie deshalb vorher ab, welche Leistungen über die Versichertenkarte abgerechnet werden können und welche Sie gegebenfalls selbst zahlen müssen.

Wie kann ich selber vorsorgen?

Einen sicheren Schutz vor Hautkrebs gibt es nicht. Klar ist jedoch, dass sich die Wahrscheinlichkeit an Hautkrebs zu erkranken, durch einen vorsichtigen Umgang mit UV-Strahlung verringern lässt. Häufiges Sonnenbaden und vor allem Sonnenbrände sollten vermieden werden. Den besten Schutz vor der Sonne bieten Kleidung, Sonnencremes, Sonnenhut und Sonnenbrille. Darüber hinaus wird empfohlen, sich regelmäßig selbst von Kopf bis Fuß auf Hautveränderungen zu untersuchen. Am einfachsten ist es, sich gegenseitig zu untersuchen, also die Haut Ihrer Kinder oder die Ihres Partners bzw. ihrer Partnerin regelmäßig und methodisch anzuschauen. Nehmen Sie mögliche Veränderungen ernst und wenden sich im Zweifelsfall an Ihren behandelnden Arzt beziehungsweise behandelnde Ärztin. Alle Tipps zur Senkung Ihres Hautkrebs-Risikos sind im Folgenden kurz zusammengefasst.

Hilfreiche Tipps:

  • Sonne genießen, aber Rötungen der Haut (Sonnenbrand) vermeiden

  • bei intensiver Sonnenbestrahlung Kleidung, Sonnencreme, Sonnenhut und Sonnenbrille nutzen

  • Solarien gar nicht oder nur selten besuchen

  • regelmäßige Selbstuntersuchungen durchführen

Darmkrebsfrüherkennung

Zu den Früherkennungsuntersuchungen möglicher Krebserkrankungen des Darmes gehören der Stuhltest, die Austastung des Darmes und die Darmspiegelung. Grundsätzlich zahlen die Krankenkassen für Frauen und Männer ab dem Alter von 50 Jahren bis zur Vollendung des 55. Lebensjahres einen jährlichen Schnelltest auf verborgenes (okkultes) Blut im Stuhl und die Austastung. Ab 55 Jahren besteht die Möglichkeit eine Darmspiegelung in Anspruch zu nehmen, die bei negativem Befund nach 10 Jahren wiederholt werden kann. Wird die Darmspiegelung nicht in Anspruch genommen, besteht alternativ die Möglichkeit alle zwei Jahre den Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl durchführen zu lassen. Bei familiärer Vorbelastung (Darmkrebsfälle bei Verwandten ersten Grades) oder anderen besonderen Risiken (vorhandene andere Darmerkrankungen) werden alle Vorsorgeuntersuchungen auch schon in jüngeren Jahren bezahlt.

Ziel der Darmkrebs-Früherkennungsuntersuchung

Ziel der Früherkennungsuntersuchung von Darmkrebs ist die frühestmögliche Entdeckung von kolorektalen Karzinomen (bösartige Tumore des Darmes) beziehungsweise seiner Vorstufen. Da Darmkrebs laut Robert Koch-Institut (RKI) die zweithäufigste Diagnose und auch die zweithäufigste Todesursache unter allen Krebserkrankungen in Deutschland darstellt, ist das wichtigste Ziel der Darmkrebs-Früherkennung die Zahl der tumorbedingten Todesfälle zu senken. Wenn Krebsvorstufen (Darmpolypen oder Adenome) rechtzeitig entdeckt werden, können sie entfernt werden, bevor sie sich zu Darmkrebs entwickeln. Außerdem sind bei frühzeitiger Entdeckung kleinerer Tumore oftmals weniger ausgedehnte Operationen notwendig und die medikamentöse Behandlung kann eventuell schonender erfolgen. Da Darmpolypen meistens keine Beschwerden verursachen, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ein sinnvolles Mittel, um Darmkrebs vorzubeugen beziehungsweise frühzeitig zu entdecken.

Wie funktioniert der Stuhltest und was passiert bei der Darmaustastung?

Beim Stuhltest, auch Okkultbluttest oder Schnelltest genannt, lassen sich äußerst geringe für das Auge nicht sichtbare Blutspuren im Stuhl erkennen. Da Tumore und Polypen manchmal bluten, können Blutbeimengungen im Stuhl ein Hinweis auf Polypen oder Tumore sein. Der Test wird meistens selbst von zu Hause aus vorgenommen. Dafür erhalten Sie von Ihrem Hausarzt beziehungsweise Ihrer Hausärztin oder in Ihrer Apotheke ein Set mit Teststreifen. Jeder Streifen hat zwei oder drei kleine Testfelder, auf die Sie jeweils eine kleine Stuhlprobe von drei aufeinanderfolgenden Stühlen mittels eines mitgelieferten Spatels auftragen. Anschließend verschließen Sie das Briefchen und geben es in der Praxis ab. Im Labor werden die Proben dann analysiert.

Der Stuhltest ist allerdings nicht sehr zuverlässig. Wenn kein Blut im Stuhl nachgewiesen wurde, ist das kein gesicherter Beweis dafür, dass kein Darmkrebs vorliegt, denn ein Tumor kann, muss aber nicht immer bluten. Daher sollten Sie auch bei einem unauffälligen Testergebnis auf Auffälligkeiten beim Stuhlgang achten und gegebenfalls Ihren Hausarzt/Ihre Hausärztin aufsuchen. Umgekehrt bedeutet ein positiver Befund ('Blut im Stuhl') nicht zwangsläufig, dass Sie auch mit Bestimmtheit an Darmkrebs leiden. Ein positiver Stuhltest kann viele Ursachen haben, wie zum Beispiel Blutungen aus Hämorrhoiden. Zum anderen ist der Test anfällig für bestimmte Nahrungsmittel und Medikamente und zeigt bei diesen fälschlicherweise die gleiche Reaktion wie bei Blutspuren an, obwohl kein Blut im Stuhl vorhanden ist. Um dies zu vermeiden, bietet es sich zur Vorbereitung auf den Test an, drei Tage vor dem Test möglichst viele Ballaststoffe (Müsli, Vollkornprodukte) zu essen und auf den Verzehr von rohem Fleisch, Brokkoli oder Blumenkohl und Bananen zu verzichten. Das gleiche gilt auch für stark eisenhaltige Medikamente, Vitamin C und Aspirin. Nichtsdestotrotz muss bei einem positiven Ergebnis immer eine genaue Abklärung durch eine Darmspiegelung erfolgen.

Die Darmaustastung wird meistens von Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin durchgeführt und ist Teil der normalen Krebsfrüherkennung, die die Krankenkassen im Rahmen des Check-ups ab dem 50. Lebensjahr bezahlen. Bei der Untersuchung wird mit dem Zeigefinger nach Tumoren im Enddarm (Rektum) getastet. Diese Methode ist allerdings sehr ungenau, da Darmtumore, die sich in anderen, höher gelegenen Darmabschnitten befinden, nicht erfasst werden können. Auch kleinere Tumore bleiben bei dieser Methode meist unentdeckt. Diese Untersuchung ist daher als alleinige Darmkrebsvorsorge nicht ausreichend. Die Darmspiegelung dagegen ist die effektivste und treffsicherste Methode zur Darmkrebsfrüherkennung.

Was passiert bei der Darmspiegelung?
Was passiert bei der Darmspiegelung?

Die Darmspiegelung (Koloskopie) umfasst eine präzise und vollständige Untersuchung (Spiegelung) des kompletten Dickdarms, der auf mögliche Schleimhautveränderungen abgesucht wird. Vorteil dieser Methode ist, dass sogar sehr frühe Vorstadien (die sogenannten Polypen) eines möglichen Dickdarmkrebses entdeckt werden können. Bei Auffälligkeiten können bereits während der Untersuchung Gewebeproben aus der Darmschleimhaut entnommen werden und vorhandene Polypen entfernt werden, so dass Krebs gar nicht erst entsteht. Da es zwischen 5 bis 10 Jahre dauern kann, bis aus Polypen Krebs entstehen kann, wird eine Darmspiegelung nur alle 10 Jahre durchgeführt. Die Darmspiegelung darf nur von dafür qualifizierten Ärztinnen und Ärzten gemacht werden, zum Beispiel von Fachärzten und Fachärztinnen der Chirurgie sowie Internisten und Internistinnen mit der Zusatzbezeichnung „Gastroenterologie“.

Die Darmspiegelung bedarf einer gründlichen Vorbereitung. Vor der Untersuchung muss der Dickdarm vollständig entleert sein. Daher sollten Sie einige Tage vor dem Termin keine Lebensmittel mehr essen, die Körner enthalten, wie zum Beispiel Müsli, und auf kernhaltiges Obst und Gemüse, wie beispielsweise Weintrauben, Erdbeeren, Tomaten oder Kiwis, verzichten. Am Tag vor der Untersuchung sollten Sie zudem nur leicht verdauliche Kost sowie ca. zwei bis drei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Zusätzlich erhalten Sie ein Abführmittel, das Sie zur vorgebenden Zeit einnehmen müssen. Falls der Darm am Untersuchungstag nicht restlos entleert sein sollte, bekommen Sie kurz vorher einen Einlauf verabreicht. Meistens werden in Ihrer zuständigen Hausarztpraxis im Vorfeld noch kleinere Blutuntersuchungen durchgeführt.

Während der Darmspiegelung selbst liegen Sie meistens seitlich mit angezogenen Beinen auf einem Untersuchungstisch. In der Regel erhalten Sie, sofern gewünscht, vorab ein Beruhigungs- oder Betäubungsmittel, das Sie in einen leichten Dämmerschlaf versetzt und den Effekt hat, dass Sie von der Untersuchung und deren Unannehmlichkeiten nichts mitbekommen. In diesem Fall müssen Sie sich aber nach der Darmspiegelung etwas ausruhen und sich nach Möglichkeit von jemandem abholen lassen. Die gesamte Untersuchung dauert in etwa 20-30 Minuten.

Das Untersuchungsinstrument, ein Koloskop, ist ein dünner biegsamer Schlauch, der  in Ihren After eingeführt und im Darm Stück für Stück vorgeschoben wird. Dabei wird durch das Koloskop vorsichtig Luft in den Darm geblasen, damit sich die Darmwände gut entfalten können. Der eigentlich wichtige Teil der Untersuchung geschieht beim Zurückziehen des Koloskops. An der Spitze des Schlauchs befindet sich eine Minikamera, mit welcher der gesamte Darm am Monitor Stück für Stück genau untersucht werden kann. Entdeckt man dabei Polypen, werden diese sofort mit Hilfe einer elektrischen Schlinge, die sich im inneren des Koloskops befindet, vollständig entfernt und eine Probe davon im Labor auf Krebszellen untersucht. Ist das Gewebe harmlos, folgen keine weiteren Untersuchungen. Finden sich jedoch Auffälligkeiten im Gewebe, die auf Darmkrebs hinweisen, wird das Gewebe weiter untersucht, um festzustellen, um welche Art des Tumors es sich handelt und wie weit dieser schon fortgeschritten ist. Aus diesen Ergebnissen leitet sich die nachfolgende Therapie ab.

Insgesamt ist die Darmspiegelung eine relativ sichere Maßnahme zur Früherkennung von Darmkrebs. Nachteil ist, dass nicht nur die Untersuchung selbst unter Umständen als schmerzhaft empfunden wird, auch die notwendige Darmreinigung vor der Untersuchung wird von vielen Menschen als äußerst unangenehm beschrieben. Darüber hinaus birgt die Darmspiegelung natürlich auch gewisse Risiken. Das Untersuchungsinstrument kann manchmal leichte Blutungen verursachen, die meistens durch die Abtragung von Polypen entstehen. Ebenso kann es zu Verletzungen der Darmschleimhaut (Perforationen) kommen, diese sind jedoch relativ selten.

Wie kann ich selber vorsorgen?

Eine hundertprozentige Vorsorge gibt es nicht. Selbst wenn bei einem Menschen schon Polypen entfernt wurden, heißt das nicht automatisch, dass er oder sie vor Darmkrebs geschützt ist. Neben den Früherkennungsuntersuchungen ist vor allem eine „gesunde Lebensweise“ das beste Mittel, das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, zu senken. In einigen Studien wird darauf verwiesen, dass eine gesunde Ernährung mit vielen Vollkornprodukten, Gemüse und wenig Fleisch sowie viel Bewegung und der Verzicht auf Tabak und Alkohol das Darmkrebsrisiko senken kann. Manche Menschen haben ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, beispielweise bei familiären Belastungen oder bereits vorhandenen anderen Darmerkrankungen. In diesen Fällen müssen die Vorsorgeuntersuchungen schon in jüngeren Jahren einsetzen.

Krebsfrüherkennungsuntersuchungen für Frauen

Zu den Früherkennungsuntersuchungen, die nur bei Frauen durchgeführt werden, gehören Maßnahmen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs. Ab dem Alter von 20 Jahren bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen einmal pro Jahr die Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs. Die jährliche Tastuntersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs wird ab dem 30. Lebensjahr und die Mammographie (Röntgenuntersuchung) im Abstand von jeweils zwei Jahren zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr von den Krankenkassen übernommen. Die Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs und die Tastuntersuchung der Brust wird in gynäkologischen Praxen durchgeführt, die Mammographie-Aufnahmen hingegen werden in regionalen, sogenannten Screening-Einheiten erstellt.

Ziel der Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung
Ziel der Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung

Ziel der Untersuchung ist, dass Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses möglichst in einem frühen Stadium entdeckt und behandelt werden, was die Heilungschancen erheblich verbessert. Kern der Untersuchung ist der Abstrich vom Muttermund, der so genannte PAP-Abstrich (Zellabstrich). Durch diesen Test sollen auffällig veränderte Schleimhautzellen frühzeitig erkannt und die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verhindert werden.

Meistens entsteht Gebärmutterhalskrebs durch eine Infektion mit Humanen Papillom-Viren (HPV), die in der Regel beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Infektionen mit dem Virus sind sehr häufig, bleiben aber meist unbemerkt. In den meisten Fällen werden die Viren von den körpereigenen Abwehrkräften erfolgreich bekämpft. Fortbestehende HPV-Infektionen können zu Zellveränderungen führen, in seltenen Fällen entwickelt sich daraus ein Gebärmutterhalskrebs. Von der Infektion bis zum Tumor vergehen dann meist über 10 Jahre. Aufgrund dieser langen Zeit bietet sich die Möglichkeit durch die Inanspruchnahme der Früherkennungsuntersuchung rechtzeitig Vorstufen und frühe Tumore zu finden und gezielt zu bekämpfen.

Was passiert bei der Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs?

Zunächst wird sich Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt ausführlich nach ihrem Befinden und möglichen Risikofaktoren erkundigen. Abgefragt werden in der Regel das Datum Ihrer letzten Periode, Auffälligkeiten wie Zwischenblutungen, die Anzahl Ihrer Geburten und Kinder, ehemalige Operationen sowie die Art der Verhütung. Danach folgt die gründliche Untersuchung auf dem gynäkologischen Stuhl, wobei zunächst der sichtbare Teil der weiblichen Genitalien untersucht wird und dann von außen über die Bauchdecke die inneren Organe und von innen über die Scheide der Gebärmutterhals beziehungsweise Muttermund und der Gebärmutterkörper auf mögliche Veränderungen abgetastet werden.

Für den PAP-Abstrich wird mit einem speziellen Instrument (Spekulum) zunächst die Scheide entfaltet und anschließend mit einem Wattestäbchen, einem Spatel oder einer Bürste Zellmaterial von Muttermund und Gebärmutterhals abgenommen. Die gewonnenen Zellen werden auf einen kleinen Objektträger aufgetragen und im Labor auf Veränderungen untersucht. Der Vorgang ist völlig schmerzfrei. Danach kann es einige Tage dauern, bis Sie über das Ergebnis der Laboruntersuchung Bescheid bekommen. Wenn alles unauffällig war, dann wird in der Regel darauf verzichtet, Sie zu benachrichtigen. Treten jedoch Auffälligkeiten im Zellbild auf, wird Ihnen in einem persönlichen Gespräch das Ergebnis mitgeteilt und je nach Befundlage werden weitere Untersuchungen veranlasst. Veränderungen an den Schleimhautzellen bedeuten auf keinen Fall gleich die Diagnose Krebs. Entzündungen können ebenso zu Veränderungen der Schleimhautzellen führen. Vorstufen von Krebs oder reine Krebszellen werden dabei seltener gefunden.

Seit 2007 besteht außerdem für Mädchen von zwölf bis 17 Jahren die Möglichkeit eine Impfung gegen Humane Papillom-Viren (HPV) durchführen zu lassen, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Die Impfung soll die Zahl der Neuerkrankungen an Gebärmutterhalskrebs senken, ob dem tatsächlich so ist, wird derzeit noch kontrovers diskutiert.

Welche Risikofaktoren begünstigen die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs?

Bei Frauen, die unter Mangelernährung leiden, rauchen, viele Jahre die Pille einnehmen, häufig Genitalinfektionen und viele Sexualpartner haben, finden sich häufiger chronische Zellveränderungen und Gebärmutterhalskrebs. Auch immungeschwächte Frauen haben ein erhöhtes Risiko.

Ziel der Brustkrebs-Früherkennung

Bei Frauen, die unter Mangelernährung leiden, rauchen, viele Jahre die Pille einnehmen, häufig Genitalinfektionen und viele Sexualpartner haben, finden sich häufiger chronische Zellveränderungen und Gebärmutterhalskrebs. Auch immungeschwächte Frauen haben ein erhöhtes Risiko.

Tastuntersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs ab 30

Bei der Tastuntersuchung, die meistens gleichzeitig mit der jährlichen gynäkologischen Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs erfolgt, tastet der Gynäkologe beziehungsweise die Gynäkologin das Drüsengewebe der Brust auf mögliche Verhärtungen und andere knotige Veränderungen ab. Außerdem wird kontrolliert, ob die Lymphknoten in den Achselhöhlen angeschwollen sind. Zudem wird Ihnen eine Anleitung zur regelmäßigen Selbstuntersuchung der Brust mitgegeben. Das Abtasten der Brust ist an sich eine schmerzfreie Untersuchung, kann unter Umständen aber auch als unangenehm empfunden werden. Diese Früherkennungsmethode hat allerdings, ebenso wie die ärztliche Tastuntersuchung, keinen Einfluss auf die Sterblichkeit an Brustkrebs. Dennoch wird die Selbstuntersuchung empfohlen, da sie dazu beitragen kann, Ihr Körperbewusstsein und Ihr Gefühl für die eigene Brust zu verbessern und so Veränderungen durch regelmäßige Selbstkontrollen schneller diagnostiziert werden können.

Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs ab 50
Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs ab 50

Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, steigt ab dem 50. Lebensjahr deutlich an. Seit einigen Jahren gibt es daher in Deutschland ein gesetzliches Früherkennungsprogramm, in dem das Mammografie-Screening für Frauen ab dem 50. bis zum 70. Lebensjahr angeboten wird. Die Teilnahme am Mammografie-Screening ist freiwillig. Jede Frau muss selbst entscheiden, ob sie das Angebot in Anspruch nehmen will oder nicht. Im Falle eines auffälligen Befundes (zum Beispiel Tastbefund) oder einer erblichen Belastung für Brustkrebs wird die Mammographie auch außerhalb des Screenings durchgeführt und von den gesetzlichen Krankenkassen getragen.

Ziel der Untersuchung ist es, Brustkrebs möglichst frühzeitig zu entdecken, um ihn dadurch erfolgreicher behandeln zu können. Die Entstehung von Brustkrebs kann dadurch jedoch nicht verhindert werden. Ein Brusttumor kann dadurch lediglich in einem frühen Stadium erkannt werden.

Zur Screening-Untersuchung werden alle Frauen der entsprechenden Altersgruppe auf der Grundlage von Angaben der Meldebehörden im Abstand von zwei Jahren persönlich angeschrieben und mit einem Terminvorschlag in die zuständige regionale Screening-Einheit (Mammografiezentrum) eingeladen. Die Untersuchung wird nur von dafür speziell ausgebildeten Röntgenassistenten durchgeführt. Bei der Untersuchung werden je zwei Röntgenaufnahmen von jeder Brust gemacht. Dazu wird Ihre Brust flach zwischen zwei Platten gepresst. Von vielen Frauen wird dies als sehr unangenehm oder gar schmerzhaft beschrieben, allerdings dauert die Untersuchung nur wenige Minuten an. Die Röntgenbilder werden anschließend von zwei Radiologen/Radiologinnen unabhängig voneinander ausgewertet. Innerhalb von sieben Werktagen erhalten sie dann einen schriftlichen Bescheid über die Ergebnisse.

Bei einem unklaren Untersuchungsbefund oder einem Verdacht auf Brustkrebs werden weiterführende Untersuchungen vorgenommen, um den Verdacht entweder auszuräumen oder zu bestätigen. Ein solcher Termin zur weiteren Abklärung bedeutet daher noch keine Brustkrebsdiagnose. Bei den ergänzenden Untersuchungen wird Ihre Brust eventuell noch einmal geröntgt, mit Ultraschall untersucht oder eine Gewebeprobe entnommen, um den ersten Befund eindeutig abzuklären. Die meisten Folgeuntersuchungen ergeben einen harmlosen Befund. Dennoch wird die Zeit bis zum endgültigen Befund von Betroffenen als äußerst beunruhigend beschrieben. Ein weiterer Nachteil der Untersuchung ist das Strahlenrisiko, das zwar so gering wie möglich gehalten wird, aber dennoch eine Belastung darstellt. Vor allem junge Frauen und Frauen mit erhöhtem genetischen Risiko sind besonders strahlenempfindlich. Insgesamt wird jedoch davon ausgegangen, dass das Mammographie-Screening durch die Strahlenbelastung weit weniger Schaden anrichtet, als es Nutzen bringt. Die Mammographie bietet die Chance, einen Tumor so früh zu erkennen, dass eine Heilung möglich ist und eine schonendere Behandlung erfolgen kann.

Mamma-Sonographie zur Früherkennung von Brustkrebs

Die Mamma-Sonografie (Ultraschall) ist wie die Mammographie ein apparatives Verfahren zur Diagnostik gutartiger und bösartiger Veränderungen des Brustgewebes. Wie die anderen Verfahren kann die Mamma-Sonografie zur Früherkennung von Brustkrebs eingesetzt werden und stellt eine wichtige Ergänzung zur Tastuntersuchung und Mammografie dar.

Bei Frauen ab 40 Jahren wird der Ultraschall (Mamma-Sonografie) als Ergänzung zur Mammographie empfohlen, allerdings sind die Behandlungskosten dann von den Patientinnen selbst zu tragen, wenn es sich lediglich um eine Früherkennungsuntersuchung auf Wunsch der Patientinnen handelt. Oft findet die Sonografie ergänzenden Einsatz bei unklaren mammographischen Befunden sowie bei Frauen, die ein dichtes Brustgewebe haben. Bei Frauen unter 40 Jahren wird die Sonografie zumeist als erste diagnostische Maßnahme, beispielsweise bei einem auffälligen Tastbefund oder Schmerzen in der Brust, durchgeführt. Die Kosten für die Ultraschalluntersuchung werden in diesen Fällen von den Krankenkassen übernommen.

Die Untersuchung wird im Liegen durchgeführt. Zunächst wird ein farbloses, wasserlösliches Kontaktgel auf die Haut aufgetragen. Die Ärztin oder der Arzt führt in langsamen Bewegungen den Schallkopf des Ultraschallgerätes über die Haut, von der Brust bis in die Achselhöhle. Die Struktur des Brustgewebes wird dabei mithilfe der Ultraschallwellen abgebildet. Je nach Dichte erscheinen die einzelnen Gewebe in unterschiedlichen Graustufen, dadurch können besondere Details im Gewebe (Bindegewebe, Fett, Gefäße, dichte und flüssigkeitsgefüllte Strukturen) sichtbar gemacht werden. Die erzeugten Bilder des Brustgewebes werden auf einen Bildschirm übertragen und können dann sofort eingehender betrachtet werden – das Untersuchungsergebnis liegt somit unmittelbar vor. Die Untersuchung selbst ist völlig schmerzfrei und aufgrund der verwendeten Schallwellen absolut ungefährlich und kann deswegen beliebig oft angewandt werden.

Dadurch, dass die Untersuchung im Gegensatz zur Mammographie keine Strahlenbelastung bedeutet, kann die Untersuchung auch bei Frauen in der Schwangerschaft und Stillzeit angewandt werden. Einen weiteren Vorteil gegenüber der Mammographie besitzt die Sonografie bei Frauen mit hohem Drüsenanteil (hoher Dichte). Das betrifft insbesondere junge Frauen, da bei ihnen das Brustdrüsengewebe oft so dicht ist, dass sich in der Mammografie kaum etwas erkennen lässt. In diesen Fällen kann die Sonografie aussagekräftiger sein. Bei älteren Frauen mit weniger dichtem Drüsengewebe liefert hingegen die Mammographie bessere Bilder. Ein Nachteil der Untersuchung ist, dass ebenso wie bei der Mammographie oftmals Auffälligkeiten diagnostiziert werden, die sich jedoch im weiteren Verlauf als harmlos herausstellen, was bei den betroffenen Patientinnen zu starker Beunruhigung führen kann. Darüber hinaus können mittels der Sonografie nicht alle Brustkrebserkrankungen erkannt werden. So kann beispielsweise Mikrokalk, der unter Umständen ein früher Hinweis auf eine in den Milchgängen wachsende Krebsform sein kann, im Ultraschall nicht erkannt werden. Zudem kann nur der Bereich dargestellt werden, der sich unter dem Ultraschallkopf befindet. Die gesamte Brustdrüse und die Achselhöhle können nicht auf einem Bild dargestellt und somit mögliche Auffälligkeiten eventuell übersehen werden.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sich manche Veränderungen in der Brust besser mit der Mammografie, andere wiederum mit der Ultraschalluntersuchung beurteilen lassen. Als alleinige Methode eignet sich die Sonografie daher nicht, allerdings bietet sie sich als ideale Ergänzung zur Mammografie an. Die beiden Untersuchungstechniken sind in Kombination daher eine sichere Methode zur Früherkennung von Brustkrebs.

Welche Risikofaktoren begünstigen die Entstehung von Brustkrebs?

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Erbliche Faktoren, wie Brustkrebsfälle in der Familie, erhöhen das Risiko. Starker Alkoholkonsum, Röntgenstrahlen, Übergewicht nach den Wechseljahren und Medikamente zur Hormontherapie in den Wechseljahren führen ebenfalls zu einem etwas höheren Risiko. Stillen hingegen soll das Risiko vermindern.

Krebsfrüherkennungeuntersuchungen für Männer

Zu den Maßnahmen zur Krebsfrüherkennung, die nur bei Männern durchgeführt werden, zählen Untersuchungen zur Früherkennung von Krebserkrankungen der Prostata (Vorsteherdrüse) und der äußeren Geschlechtsorgane. Ab dem 45. Lebensjahr können Männer einmal im Jahr eine Früherkennungsuntersuchung vornehmen lassen. Durchgeführt wird die Untersuchung in Facharztpraxen für Urologie.

Ziel der Prostatakrebs-Früherkennungsuntersuchung
Ziel der Prostatakrebs-Früherkennungsuntersuchung

Ziel der Früherkennungsuntersuchung auf Prostatakrebs ist die frühzeitige Entdeckung von Prostatakarzinomen, die die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Männern darstellen. Bei dieser Krebsart werden langsam wachsende und aggressive, rasch metastasierende Verlaufsformen unterschieden.

Durch die Früherkennung von Prostatakrebs soll die Zahl der prostatakrebsbedingten Todesfälle gesenkt werden. Bei frühzeitiger Diagnose können außerdem die erheblichen Beschwerden in den fortgeschrittenen Tumorstadien verringert werden sowie kleinerer Tumore oftmals weniger ausgedehnt operiert werden und die medikamentöse Behandlung kann schonender erfolgen.

Was passiert bei der Untersuchung?

Bei der Untersuchung handelt es sich um eine digital-rektale Tastuntersuchung der Prostata sowie die Inspektion des äußeren Genitals. Neben der Erfassung eventueller Beschwerden werden die äußeren Genitalien (Hoden, Penis) inspiziert und die Prostata vom Enddarm aus mit dem Finger auf Veränderungen abgetastet sowie die Lymphknoten in der Leiste untersucht. Bedarf es einer weiteren Abklärung, wird zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Bei der Tastuntersuchung gibt es keinerlei Risiken und Schmerzen. Allerdings muss der Patient ein gewisses Schamgefühl überwinden.

Nachteil dieser Untersuchung ist, dass durch die Tastuntersuchung kleine Veränderungen nicht erfasst werden können, sondern meistens nur Tumore in fortgeschrittenen Stadien, die bereits die Organgrenzen überschreiten.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, einen sogenannten „PSA-Test“ machen zu lassen. Dabei wird die Konzentration des so genannten prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut bestimmt, das Aufschluss über krankhafte Prozesse in der Prostata, wie zum Beispiel Prostatakrebs, geben kann. Die Kosten für diesen Test zur Früherkennung werden jedoch derzeit nicht von den Krankenkassen übernommen. Nachteil des PSA-Tests ist, dass ein erhöhter Wert nicht automatisch Prostatakrebs bedeutet. Auch bei anderen Erkrankungen, wie zum Beispiel einer gutartigen Prostatavergrößerung oder Entzündungen, kann der PSA-Wert erhöht sein. Umgekehrt bedeuten normale PSA-Werte auch nicht unbedingt, dass kein Prostatakrebs vorliegt.

Wie kann ich selber vorsorgen?

Da die Ursachen für die Entstehung von Prostatakrebs weitgehend unbekannt sind, lassen sich keine Rückschlüsse für eine sichere Vorsorge ziehen. Vermutet werden Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, fett- und kalorienreiche Ernährung, Rauchen und Alkohol. Auch eine genetische Veranlagung kann eine mögliche Ursache sein.

Hören Sie deshalb auf die Signale Ihres Körpers und achten Sie auf eine gesundheitsbewusste Lebensweise, wie zum Beispiel eine gesunde Ernährung mit reichlich Gemüse, Obst und Ballaststoffen und wenig Fleisch sowie viel Bewegung und Verzicht auf Nikotin und Alkohol.

Hierbei handelt es sich um eine unabhängige Patienteninformation der Dr. Becker eHealth GmbH, die ohne Mitwirken von Sponsoren erarbeitet wurde. Ziel dieser Informationsdienstleistung ist es, der Leserschaft bedarfsorientierte und qualitativ hochwertige Inhalte zu präsentieren, welche ohne die Notwendigkeit medizinischen Fachwissens verständlich sind. Es wird keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. In allen Belangen kann und sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden. Diese Patienteninformation kann keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Therapie ersetzen.


Infozept Nr. I-VOR-043